Aktuell
Home | Lokales | Das fliegende Auge der Brandschützer
3196157.jpg

Das fliegende Auge der Brandschützer

uk Lüneburg. Ein fast wolkenloser Himmel, Sonne und klare Sicht – die Bedingungen auf dem Lüneburger Flugplatz waren am Sonnabend bestens. Das freute nicht nur die Hobbypiloten, sondern auch das Team des Feuerwehr-Flugdienstes Lüneburg. Mit dem traditionellen Anfliegen starteten die Mitglieder des Einsatzteams in die Flugsaison.

Mit der 2008 neu angeschafften Cessna 206, die nach der Winterpause erstmals den Hangar verließ, hoben die Teammitglieder allerdings nicht zum gemütlichen Rundflug, sondern zu einer Einsatzübung ab. „Die Teams müssen anhand vorgegebener Koordinaten die Einsatzkräfte am Boden an einen bestimmten Punkt im Wald lenken“, erklärte Kreisbrandmeister Torsten Hensel die Aufgabe. Von Lüneburg aus ging es am Sonnabend nach Südergellersen, wo sich die örtliche Wehr mit einem Tanklöschwagen an einem Waldweg postiert hatte. Im Ernstfall entspreche das Szenario damit der Kernaufgabe des Flugdienstes: „Wir können in der Erkennungsphase eines Waldbrandes von oben die Einsatzkräfte lenken und tragen damit auch zu deren Sicherheit bei“, so Hensel. Aus der Luft ließen sich Ausmaß und Entwicklung eines Brandes besser einschätzen als am Boden. „Wir sorgen dafür, dass die Schläuche nicht an der falschen Stelle ausgerollt werden, denn wir sehen, wo das Feuer hingeht.“

Gestartet wird vom Lüneburger Flugplatz sowohl im akuten Brandfall als auch zu Beobachtungsflügen auf Anordnung der Lüneburger Polizeidirektion. „Das hängt von der Waldbrandgefahrenstufe ab, die der Deutsche Wetterdienst festlegt“, erklärte Hensel, „in der Regel heben wir ab, wenn die höchste Stufe fünf ausgegeben wird.“ Zuständig sind die Feuerwehrflieger dabei für ein Gebiet, das sich über die fünf Landkreise Lüneburg, Uelzen, Harburg, Lüchow-Dannenberg und den Heidekreis erstreckt und aus dem auch das Personal gestellt wird: „Insgesamt haben wir sieben Piloten, 27 Beobachter und sieben Förster dabei, die alle ehrenamtlich arbeiten“, erklärte Hensel. In die Luft gehe dabei immer das Dreier-Team aus Pilot, Beobachter und Förster, das am schnellsten verfügbar sei.

Im vergangenen Jahr gab es aufgrund des verregneten Sommers keinen einzigen Einsatz, umso mehr freute sich Pilot Hartmut Dittmer am Sonnabend, dass er mit der Cessna nach langer Pause wieder abheben durfte: „Schon als Kind war ich in der Feuerwehr, das Fliegen kam später als Hobby hinzu“, erzählt der Landwirt aus Kirchgellersen, „jetzt kann ich beides super verbinden.“