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Neuer Schwung für alte Mühle ?

dth Soderstorf. Die Luhe rauscht nach wie vor, doch es klappert nichts mehr an der Soderstorfer Wassermühle, es knarrt allenfalls im Gebälk. Jetzt wollen die neuen Eigentümer Barbara Wolff und Bernd Weidmann der alten Wassermühle, die erstmals im Jahr 1427 urkundlich erwähnt wurde, wieder neues Leben einhauchen. Doch damit das gelingt, suchen sie Mitstreiter für ihr teures Projekt: Den Startschuss geben sie mit einem kleinen Mühlenfest am Sonntag, 28. April, ab 11 Uhr auf ihrem Hof (Mühlenstraße 4, Soderstorf), um andere von ihrer Idee zu begeistern und die Gründung eines Mühlen-Fördervereins vorzubereiten.

Die Motivation, vor rund zwei Jahren den Soderstorfer Mühlenhof zu kaufen, gründete auf dem „Traum vom Leben auf dem Land mit etwas Tierhaltung“, sagt das Ehepaar Barbara Wolff und Bernd Weidmann. Der Traum ist offenbar auch weitgehend aufgegangen – bis auf den Sanierungsstau, vor dem der Vorbesitzer kapituliert hatte, das Anwesen verkaufte. Das Haupthaus des Hofes haben die gebürtige Amelinghausenerin und der Uelzener bereits auf Vodermann gebracht. „Dort machen wir jetzt Mehrgenerationen-Wohnen“, sagt Weidmann. Denn mit dem Ehepaar ist eines ihrer vier Kinder nebst eigener Familie dort eingezogen. Zwei weitere Wohneinheiten werden an Feriengäste vermietet. Jetzt steht die nächste große Aufgabe an.

Sowohl Wolff als auch Weidmann sind voll berufstätig, sie arbeitet bei einer Landesbehörde, er als Kaufmann bei einer Baufirma und nebenbei kümmern sie sich nicht nur um den Hof, sondern auch um Schafe, Ziegen, Hängebauchschweine, Pony und eine Kuh — und den Erhalt der Soderstorfer Wassermühle. Barbara Wolff sagt: „Auch bei den traditionellen Kartoffelfesten auf dem Hof haben wir gemerkt, dass die Mühle der Anziehungspunkt ist.“ Und Weidmann pflichtet ihr bei: „Auch sonst haben wir regelmäßig Fahrradtouristen hier, die sich gerne die Mühle anschauen wollen und wir zeigen sie gerne.“ Nur leider dreht sie sich nicht mehr. Weidmann: „Das Mühlrad hat einen Lagerschaden und auch das Dach des Mühlhauses sowie eine Außenwand müssen erneuert werden. Nach einem Kostenvoranschlag rechnen wir mit einem Aufwand von rund 200 000 Euro, nur um die Mühle zu sichern.“ Nicht nur für den eigenen Ferienbetrieb, „wir möchten die erneuerte Mühle der Öffentlichkeit zugänglich machen, schließlich ist sie Teil der Niedersächsischen Mühlenstraße“, sagt Weidmann. Demnächst wollen sie einen Förderverein gründen, der später Besitzer der Mühle werden könnte. Dafür werben sie mit ihrem Mühlenfest am Sonntag ab 11 Uhr. Es gibt einen Flohmarkt und für das leibliche Wohl wird gesorgt, etwa mit frisch gebackenem Brot aus der noch funktionstüchtigen Backstube aus dem 19. Jahrhundert nebenan.