Dienstag , 27. September 2016
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Schöner wohnen an der Fromme

as Lüneburg. Mehrere Jahre war die Frommestraße Thema, weil die Senkungsrate in Höhe des Tores zur Unterwelt bedrohlich zunahm. Zuletzt wurden Ende 2012 die Häuser 4 und 5 abgerissen, weil sie laut Gutachten akut einsturzgefährdet waren. Bewohner und eine Bürgerinitiative hatten dagegen Front gemacht.

Nun will die Stadt das Sanierungsgebiet „Frommestraße“ auf den Weg bringen und dafür rund 1,9 Millionen Euro Städtebaufördermittel einwerben. Um in das Programm aufgenommen zu werden, musste im Vorfeld eine Untersuchung zu den städtebaulichen Missständen in dem Gebiet sowie den Sanierungszielen und den damit verbundenen Kosten erfolgen. Vorgestellt und beraten wird diese im Bauausschuss am Freitag, 26. April, ab 17 Uhr im Traubensaal des Rathauses.

Die Untersuchung hat das Lüneburger Planungsbüro Patt übernommen. Sie bezieht sich auf das zirka 2,5 Hektar große Areal zwischen Hindenburgstraße, Am Springintgut, Fromme- und Bastionstraße, wo es 19 Gebäude mit zirka 140 Bewohnern gibt, sowie den angrenzenden Scunthorpepark und die Bastion. Aufgenommen wurden Schäden an den Gebäuden sowie an der Frommestraße, die aufgrund der Senkungsrate von gegenwärtig 17 Zentimetern pro Jahr kräftig abgesackt ist. Dort, wo einst die Häuser 4 und 5 standen, gähnt ein Loch. Und auch das Grundstück Frommestraße 2 – Ende Juni 2011 unter Polizeieinsatz geräumt, danach wurde das darauf stehende Einfamilienhaus abgerissen – sieht wie die Pampa aus. Auch die wenig einladend gestalteten Parkanlagen wurden in die Betrachtung mit einbezogen.

Nun soll alles schöner und attraktiver werden. Zu den Sanierungszielen heißt es in der Vorlage, es solle eine „Aufwertung des Wohnstandortes besonders für Familien und eine Aufwertung des Stadtbildes geben“. Dazu sollen unter anderem Schäden an Häusern behoben und Gebäude energetisch saniert werden, schmiedeeiserne Zäune erneuert und das Tor zur Unterwelt wieder hergestellt werden. Bei dem Tor hat der Investor Jürgen Sallier noch eine Bringschuld. Es wurde beschädigt im Zuge der Abrissarbeiten auf dem Grundstück Frommestraße 2, Sallier ist da Eigentümer wie auch bei Grundstück Nummer 4.

Außerdem sollen die Straßen – „in Abhängigkeit von der Entwicklung der Senkung“ – instand gesetzt sowie die Parkanlagen attraktiver gestaltet werden. Die Gesamtkosten belaufen sich laut Planungsbüro auf 2,9 Millionen Euro. Damit Geld aus dem Städtebaufördermittelprogramm fließen könnte, muss ein Antrag bis Juni dieses Jahres beim Bundesministerium für Soziales, Frauen und Familie vorliegen. Die Stadt wäre aufgrund der Drittelfinanzierung von Bund, Land und Kommunen an den Gesamtkosten mit 950 000 Euro beteiligt. Stehen die Fördermittel bereit, können Privatleute für Sanierungszwecke Geld bei der Stadt beantragen. Das wird frühestens 2014 möglich sein.