Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Fälschte der Chef die Statistik?

rast Lüneburg. Die Saison startete im März, läuft aufgrund des zunächst schlechten Wetters jetzt aber erst richtig an: Im Heide-Park Soltau erleben die Besucher abenteuerliche Achterbahnfahrten mit dem Colossos und vergnügen sich in den Karussells. Bereits vor Saisonstart rotierte es hinter den Kulissen in Norddeutschlands größtem Freizeit- und Vergnügungspark: Die Heide-Park Soltau GmbH hatte Geschäftsführer Hannes W. Mairinger entlassen. Die fristlose Kündigung enthält einen schwerwiegenden Vorwurf. Nun wehrt sich Mairinger mit einer Klage vor dem Landgericht Lüneburg gegen seine Entlassung.

Die Heide-Park Soltau GmbH hatte die Vertragskündigung mit dem gebürtigen Österreicher damit begründet, dass das Kassenpersonal von ihm angewiesen worden sei, die Angaben der Besucher zur Kundenzufriedenheit zu „schönen“. Das bestätigt Frauke Albers, Pressesprecherin des Landgerichts: „Am Dienstag, 28. Mai, verhandelt die 7. Zivilkammer – 1. Kammer für Handelssachen – über die Klage des Geschäftsführers eines großen, in der Region ansässigen Freizeitparks.“

In die Öffentlichkeit wollte die GmbH, Tochter der englischen Merlin-Entertainments-Group, mit der Kündigungsnachricht nicht gehen. Katrin Kupke, Marketingchefin des Unternehmens, bestätigte zu Saisoneröffnung erst auf Anfrage der Böhme-Zeitung, dass die Geschäftsführertätigkeit Mairingers zunächst ruhte und dann der nächste Schritt, die fristlose Kündigung, vollzogen worden sei. Auch vom Commercial Direktor Edgar Pauleweit habe man sich getrennt. Verantwortlich für das Heide Park Resort sind nun Peter Dunn und Nick MacKenzie, beide gehörten schon vorher neben Mairinger zur Geschäftsführung.

Zu den Gründen der Kündigung wollten sich weder die Marketingchefin noch Mairinger äußern. Nach LZ-Informationen wurde auch die Belegschaft nur karg informiert, der Grund nicht genannt. Der Vorwurf der Statistik-Fälschung wiegt schwer, es ist zu erwarten, dass während der Verhandlung am 23. Mai schmutzige Wäsche gewaschen wird.

Der heute 59 Jahre alte Hannes W. Mairinger, der zuvor elf Jahre bei der Ostsee Touristik Damp wirkte, kam zum 1. Juli 2002 als Geschäftsführer in den Heide-Park und hatte den Freizeitpark zum beliebten Kurzreiseziel für Touristen weiterentwickelt. In seine Amtszeit fielen unter anderem die Schaffung des Themenhotels „Port Royale“ und des Holiday Camps. Auch sorgte er dafür, dass immer neue Attraktionen wie zum Beispiel Deutschlands erster Dive Coaster „Krake“ und das Horrorkabinett „Krake lebt“ eröffnet werden konnten.