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Comeback der Container

ca Lüneburg. Die Schule im Roten Feld wurde erst vor zwei Jahren für weit mehr als eine Million Euro als Ganztagschule ausgebaut. Nun ist sie zu klein. Der Grund: Stadtviertel werden jünger, neue Baugebiete kommen dazu. Die Folge in diesem Fall: Für die Schule Im Roten Felde liegen so viele Anmeldungen für neue Erstklässler vor, dass die Verwaltung nach den Sommerferien zwei Container auf dem Gelände aufstellt, um genug Räume zu haben.

Anders als gedacht beginnt die Schule in der 1. Klasse drei- statt zweizügig. Zudem kommt auch für ältere Kinder eine Klasse hinzu. Eigentlich hatte die Schule erst einen Anbau erhalten, weil sie nun Ganztagsschule ist. „Dort haben wir die Mensa und Räume für Nachmittagsangebote“, sagt der stellvertretende Schulleiter Hendrik Garbers. Für zusätzliche Klassenräume sei im Anbau kein Platz.

In Zahlen liest sich das so: Knapp 80 Kinder bringen Rektorin Cosima Richter-Koch und ihre Kollegen in drei Klassen á26 Kindern unter. Auf der Warteliste stehen weitere rund 20 Namen, die Pädagogen könnten also fast eine vierte Klasse aufmachen. Garbers sagt, die meis-ten Interessenten kämen aus dem Einzugsbereich der Schule, im Viertel gebe es einen Generationswechsel.

Im Rathaus geht Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck von einer „Spitze“ aus, die allerdings länger als ein Jahr anhalten dürfte. Die Stadt befinde sich immer auf einer „Gratwanderung“, denn ein Anbau lohne sich wirtschaftlich nicht, wenn die Räume mangels Schülern nach ein paar Jahren leer stünden. Selbstverständlich habe das Schulamt die Entwicklung der Baugebiete im Blick und reagiere entsprechend.

Für die CDU-Fraktion im Rat meldet Susanne von Stern Zweifel an, sie sieht Auswirkungen des Zuzugs von Hamburgern auf die Stadt zukommen, nicht nur im Roten Feld. In der Nähe entsteht das Baugebiet An der Wittenberger Bahn. Welche Schule kommt infrage? An der Heiligengeistschule oder auch am Hasenburger Berg sei es ebenfalls eng. Das Hanseviertel dürfte auch in Richtung Lüner Schule ausstrahlen, Pilgerpfad-Süd nach Häcklingen. Deshalb fordert sie „Daten und Zahlen, damit wir reagieren können“. Dabei gelte es zudem, die Auswirkungen der Inklusion zu beachten, also den Unterricht von Kindern mit Handicaps an den Regelschulen.

Ihre Fraktion stellt zur Ratssitzung am 30. Mai einen entsprechenden Antrag. Die Verwaltung solle einen „aktuellen Schulentwicklungsplan unter Einbeziehung des Entwicklung der Grundschülerzahlen“ aufstellen. Da dürfte auch die Enge der Schule Im Roten Felde eine Rolle spielen.