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Vereint auf Suche nach Studios

rast Lüneburg. Seit September 2006 produzieren die Roten Rosen die Erfolgsserie für die ARD im Industriegebiet Hafen in den ehemaligen Konica-Hallen, sie gehören zum Stadtbild und sind als Touristen-Magnet für die Hansestadt zu einer unbezahlbaren Werbung geworden. Doch jetzt steht ein Fragezeichen hinter der Zukunft der Rosen in Lüneburg: Der Immobilieninvestor Deutsche Real Estate verlängert den Vertrag nicht, hat für die Studios das Unternehmen Deerberg, das bundesweit in 2,5 Millionen Katalogen für seine Schuhe und individuelle Mode wirbt, als Nachmieter gefunden. Blühen die Rosen künftig andernorts? Die Studio Hamburg Serienwerft Lüneburg als Produzent will in Lüneburg bleiben – und die Stadt wie auch die Wirtschaftsförderung wollen sie hier halten.

„Die Hallen der Rote-Rosen-Studios, Lilienthalstraße 1, wurden vom Vermieter zum Produktionsende der kommenden 10. Staffel – also zum Juni 2014 – gekündigt“, bestätigt Rosen-Pressesprecher Dieter Zurstraßen auf Anfrage: „Wir recherchieren bereits intensiv nach Hallenkapazitäten, die den Anforderungen für umfangreiche Einzel-Sets im Studio, Backstage-Bereiche, Garderoben-, Redaktions- und Büro-Flächen sowie Catering-Bereichen und Freiflächen nachkommen.“ Die Rede sei hier von etwa 8000 Quadratmetern Gesamtfläche.

Tatkräftige Unterstützung bei der Suche verspricht Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Er bestätigt auf Anfrage: „Wir helfen mit der Wirtschaftsförderung, eine geeignete Halle zu finden, um die erfolgreiche Produktion zu sichern. Die Rosen gehören zu Lüneburg, wir unternehmen alles, um sie hier zu halten.“ Und dafür wird auch das Wirtschaftsministerium in Hannover eingeschaltet. Denn Mädge weiß: „Der Umzug und die Einrichtung neuer Studios verursachen der Produktionsfirma zusätzliche Kosten.“

Das Unternehmen Deerberg hatte bereits 2012 Interesse an den Hallen an der Lilienthalstraße bekundet. Laut Mädge habe es allerdings eine mündliche Verabredung gegeben, dass die Rosen bis 2018 dort bleiben könnten: „In Lüneburg gilt das gesprochene Wort.“ Stefan Deerberg, einer der beiden Deerberg-Geschäftsführer, stellt allerdings klar: „Wir haben den Rosen nicht gekündigt.“ Das Unternehmen sei seit Längerem auf intensiver Platzsuche: „Wir expandieren, sind rasant gewachsen, brauchen dringend Flächen.“ Laut Stefan Deerberg sind in dem Unternehmen mehr als 400 Mitarbeiter beschäftigt: „Wir sind wirtschaftlich für die Stadt interessant, ein guter Steuerzahler.“ Es seien rund 28 000 Euro in Planungskosten für mögliche verschiedene Standorte rund um Lüneburg geflossen. Gerade erst seien in Velgen, dem Stammsitz der Firma im Kreis Uelzen, die Verhandlungen für einen großen Reiterhof gescheitert. Zudem spricht laut dem Geschäftsführer ein weiterer Grund für eine Zentralisierung der Aktivitäten in Lüneburg: „Wir benötigen qualifiziertes Personal aus ganz Deutschland.“ Und da könne man mit der attraktiven Stadt Lüneburg natürlich bei Neueinstellungen punkten.

Den Grund, warum der Zuschlag der Deutschen Real Estate an Deerberg ging, ist für Stefan Deerberg klar: „Wir haben einen Mietvertrag über zehn Jahre. Die Produktionsfirma hatte es versäumt, rechtzeitig einen längerfristigen Mietvertrag abzuschließen.“ Dazu sagt Rosen-Sprecher Dieter Zurstraßen: „Wir erhalten unseren Produktionsauftrag immer nur für zwei Staffeln, also etwa zwei Jahre – bei längerfristigen Abschlüssen macht kein Fernsehsender der Welt mit.“ Den Serienfans verspricht er übrigens: „Inhaltlich werden die Rosen durch einen Umzug keine Veränderung erfahren.“