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Gemeinsam die Kluft überwinden

as Lüneburg. Kleine Szenen, die Begegnungen und Emotionen widerspiegeln, stehen im Mittelpunkt des Theaterstücks „Bahnhofsgeschichten“. Klienten der Loewe-Stiftung haben sie entwickelt und einstudiert mit Katja Meier, Theaterpädagogin in der Einrichtung. Premiere hat das Stück am Montag, 6. Mai, um 16 Uhr, im Deutschen Salzmuseum. Es ist eines der zahlreichen Angebote, die anlässlich der Aktionstage von Montag bis Donnerstag, 6. bis 9. Mai, zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen in Lüneburg stattfinden. Organisiert hat sie der Behindertenbeirat von Stadt und Kreis in Kooperation mit vielen Einrichtungen und Vereinen. Herausgekommen ist ein dickes Veranstaltungspaket, das Inklusion erlebbar macht.

Das Ziel des Protesttages unter dem Motto „Ich bin entscheidend“ ist es, auf die Situation von Menschen mit Behinderung in Deutschland aufmerksam zu machen und sich dafür einzusetzen, dass alle Menschen gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können. Seit 20 Jahren veranstalten Verbände und Organisationen der Behindertenhilfe und -selbsthilfe rund um den 5. Mai überall in Deutschland Podiumsdiskussionen, Informationsgespräche, Demonstrationen und andere Aktionen.

„Dabei geht es darum, die Kluft zwischen dem im Grundgesetz verankerten Anspruch der Gleichberechtigung für alle Menschen und der Lebenswirklichkeit Stück für Stück zu überwinden“, sagt Kirstin Linck, stellvertretende Vorsitzende des Behindertenbeirates. Bei den Aktionstagen gehe es darum, „allen Menschen Angebote für eine gelebte Inklusion zu machen“. Aus diesem Grund haben die Organisatoren auch entschieden, dass erstmals Veranstaltungen an verschiedenen Orten der Stadt das Miteinander deutlich machen.

Ein Beispiel dafür sind auch die Führungen von Klienten der Loewe-Stiftung durchs Salzmuseum, mit dem schon seit einem Jahr eine Kooperation bestehe, sagt Frank Denkena von der Loewe-Stiftung. Sie bilden den Auftakt zum viertägigen Programm, finden am 6. Mai, von 10 bis 15 Uhr statt. Lüneburger Stadtführer bieten an diesem Tag um 11.30 sowie um 13.30 Uhr erstmals Führungen für Gehörlose mit einer Gebärdendolmetscherin an, um 12.30 Uhr gibt es eine Führung für Rollstuhlfahrer, um 13.30 Uhr für Blinde. Start an der Tourist-Info. Um 18 Uhr findet eine Lesung aus dem Buch „Annas Spuren. Ein Opfer der NS-Euthanasie“ von Sigrid Falkenstein im Ostpreußischen Landesmuseum statt.

Bei der zentralen Veranstaltung am Dienstag, 7. Mai, auf dem Marktplatz präsentieren sich von 11 bis 18 Uhr alle beteiligten Organisationen. Das Angebot reicht von Informationen, Spaß und Spiel bis hin zu Livemusik und der Möglichkeit sich dort zu verpflegen. Darüber hinaus gibt es am Mittwoch, 8. Mai, in ganz Lüneburg, weitere kulturelle und sportliche Angebote bis hin zu einer „After Work Party“. Den Abschluss bildet ein inklusives Singfest u.a. mit dem Chor von Joachim Goerges im Kurpark am Himmelfahrtstag.

Das detaillierte Programm gibt es unter der Adresse www.lueneburg.de/aktionstageBBR im Internet.