Donnerstag , 29. September 2016
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Nachfrage übersteigt Erwartungen

fw Bardowick. Enttäuschung und Skepsis standen zunächst vielen Eltern ins Gesicht geschrieben, die jetzt in der jüngsten Sitzung des Bardowicker Schulausschusses mit Spannung auf den Tagesordnungspunkt „Nachschulische Betreuung“ warteten. Denn vor allem an den Grundschulen in Bardowick, Radbruch und Vögelsen hatte sich abgezeichnet, dass zum neuen Schuljahr nach den Sommerferien nicht alle Kinder, die einen Betreuungsplatz am Nachmittag benötigen, diesen auch bekommen. Zwar hatte die Samtgemeinde angesichts von immer mehr Anmeldungen bereits im Januar eine Bedarfsabfrage gestartet, eine Rücklaufquote der Fragebögen von rund einem Drittel hatte aber eigentlich erwarten lassen, dass der Bedarf unter den Erwartungen blieb. Als es jetzt an die tatsächlichen Anmeldungen ging, sah die Welt anders aus.

„Da gab es erstaunliche Ergebnisse, vor allem in Radbruch und Vögelsen, wo noch im Januar wenig Bedarf gemeldet wurde, aber die Anmeldezahlen jetzt deutlich darüber lagen“, fasste der Ausschussvorsitzende Achim Gründel zusammen. So gab es in Radbruch anstatt der 26 erwarteten plötzlich bis zu 41 Kinder, die betreut werden sollten. Grund genug für den Schulausschuss, sich mit dem Problem zu beschäftigen, um pünktlich zum neuen Schuljahr Abhilfe schaffen zu können und damit den zahlreich vertretenen Eltern aus der gesamten Samtgemeinde eine Lösung für befürchtete Probleme zu bieten.

Den derzeitigen Stand in Sachen Plätze und Anmeldungen stellte Christin Wormstedt, frischgebackene Amtsleiterin Familie und Bildung vor. So gibt es in Bardowick selbst, wo bisher 30 Plätze zur Verfügung standen, nun 37 Interessenten. Horburg meldet bei bislang zehn Plätzen einen Bedarf von 19 Kindern, die betreut werden sollen, in Handorf wurden bei 25 zur Verfügung stehenden Plätzen 31 Anmeldungen entgegengenommen. Ähnlich sieht es in Radbruch aus, wo bisher bis zu 30 Kinder betreut wurden, ab den Sommerferien aber Bedarf von bis zu 41 Plätzen herrscht. Auch in Vögelsen übersteigt der künftige Bedarf die bisherigen Plätze: 24 Kinder können zur Zeit betreut werden, 29 sollen es ab dem Sommer sein.

Christin Wormstedt hatte nicht nur die Zahlen, sondern auch mögliche Lösungen parat. Alle gewünschten Plätze lassen sich zum Sommer realisieren, wenn pro Standort eine zusätzliche Betreuungskraft eingestellt und das Mittagessen in zwei Schichten eingenommen wird. Das ist in Bardowick, wo die Grundschüler zum Mittagessen das BaJuCa (Bardowicker Jugendcafé) besuchen, ebenso problemlos möglich wie in Handorf, Horburg oder Radbruch. Schwieriger gestaltet sich die räumliche Situation in Vögelsen, wo diesbezüglich aber bereits Gespräche mit der Schulleitung geführt wurden.

In einigen Standorten ist außerdem zusätzliches Mobiliar nötig. Der Ausschuss einigte sich einstimmig darauf, die Einstellung der fehlenden Kräfte sowie die Anschaffung des fehlenden Mobiliars zu empfehlen. Abschließend soll demnächst der Samtgemeinderat darüber entscheiden. Außerdem soll für die kommenden Jahre ein Raumprogramm erstellt werden, das, wo nötig, die Einrichtung von Mehrzweckräumen für die Betreuung vorsieht.

„Heißt das jetzt, dass das auch so umgesetzt wird oder müssen wir weiter zittern, ob wir ab Sommer einen Betreuungsplatz für unser Kind haben?“, fragten besorgte Eltern. „Wir haben uns das auf die Fahnen geschrieben und wir sind bereit, das Angebot zu liefern, wenn die Nachfrage da ist. Wir machen das“, versprach Manfred Mundt, Sprecher der Mehrheitsgruppe im Samtgemeinderat Bardowick. Zum Ende der Sommerferien sollen an allen Grundschulen der Samtgemeinde ausreichend Plätze für die nachschulische Betreuung zur Verfügung stehen, war man sich im Ausschuss einig.