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Kein Dampf für den Kaiser

tja Lauenburg. Für den Saisonstart des Raddampfers Kaiser Wilhelm gibt es noch immer keinen konkreten Zeitplan. Laut Fahrplan sollte das 113 Jahre alte Schiff eigentlich jetzt zur ersten Saisonfahrt ablegen. Doch daraus wird nichts. „Hier ist uns ein Fehler unterlaufen, da wir die Trocknungszeiten der Farbe schon mit Fahrterminen belegt haben“, sagt Werner Büker, der zweite Vorsitzende des Vereins zur Förderung des Lauenburger Elbschifffahrtsmuseums.

Konkret geht es um einen neuen Anstrich des Decks, der sich aufwendig gestaltet. Der Holzboden wurde bereits einmal geschliffen, ein zweiter Durchgang läuft gerade. Dann muss neue Farbe aufgebracht werden, deren Trocknung sich hinziehen wird. Anschließend werden Tische und Bänke montiert, die das Team während der Winterpause demontiert und aufgearbeitet hatte.

Eigentlich sollte der 58 Meter lange Raddampfer bereits an die Elbuferpromenade verlegt werden. Doch noch immer fristet er hinter der Neubauhalle der Hitzler-Werft ein tristes Dasein. Schuld ist das Hochwasser der Elbe. Büker: „Die Befestigungsöffnungen des Pontons an Land sind noch unter Wasser.“ Sobald diese Öffnungen frei sind, soll der Ponton an der Promenade verankert werden. Für das Schiff ist vorgesehen, es zeitnah an den Anleger der Werft zu holen, um von dort aus die Bänke und Stühle an Bord bringen zu können. Auch soll die Probefahrt vom Werftanleger aus beginnen. Wann und mit welcher Besatzung ist allerdings noch immer unklar.

Ein Teil der Crew des Raddampfers ist mit der Vereinsführung nicht einverstanden. So wird kritisiert, dass Vereins-Geschäftsführer Wilhelm Bischoff an Bord des Schiffes Schlösser ausgetauscht hat, sodass die Crewmitglieder nicht mehr an ihre eigenen Sachen kommen könnten. Außerdem berichten Crewmitglieder, dass Bischoff versuche, sie auszuhorchen, um technische Dinge in Erfahrung zu bringen, die für eine Aushilfs-Besatzung wichtig wären. „Was Herrn Bischoff noch nicht einleuchten dürfte ist, dass er außer dem technischen Personal auch nicht einmal mehr Küchenfrauen hat. Wenn die Männer nicht fahren, fahren wir Frauen auch nicht mehr“, sagt eine ehrenamtliche Helferin. Auf Anfrage unserer Zeitung wies Bischoff bisher alle Vorwürfe zurück.