Aktuell
Home | Lokales | Alte Tradition lebt wieder auf
3238382.JPG

Alte Tradition lebt wieder auf

ca Lüneburg. Tausend Jahre lang hat Lüneburg Salz gefördert und verkauft, bis die Saline 1980 ihren Betrieb einstellte. Jetzt belebt der Förderverein des Salzmuseums die Tradition wieder und feiert am Internationalen Museumstag, am Sonntag, 12. Mai, Premiere: In kleinen Gläsern können Kunden das Salz kaufen. Fünf Euro kostet so ein Gläschen, was nach Abzug der Kosten übrig bleibt, kommt dem Museum zugute. Jetzt können Gäste bei der Produktion zuschauen, und die geschieht auf althergebrachte Art: Auf Lehmöfen köchelt in ein Quadratmeter großen Pfannen Sole, ein Arbeiter schiebt die Flüssigkeit mit einem Rechen hin und her, das Wasser verdunstet, zurück bleibt Salz.

Schon vor eineinhalb Jahren habe man sich den Markennamen Hanse-Salz schützen lassen, berichtet Museumschef Dr. Christian Lamschus. Denn schon länger ist im Haus der salzigen Lüneburger Geschichte und im Verein klar, dass bei vielen Besuchern Nachfrage nach einem originellen Mitbringsel besteht, Salz bietet sich an. Bislang wurde Sole aus der eigenen Quelle nur zur Schau in Bleipfannen gesiedet, doch das Salz wurde nicht genutzt. Nun setzen die Museumsleute Pfannen aus Edelstahl ein, später kommt die noch feuchte Masse in einen 50 Grad warmen Trockenraum, um das restliche Nass aus dem Salz zu ziehen. Damit alles seine Ordnung hat, hat ein Prüflabor die Güte getestet und ein entsprechendes Attest ausgestellt.

Jetzt stellten Museum und Förderverein, den LZ-Verleger Jens Wiesemann vertrat, das Projekt vor. Hilke Lamschus, die das Vorhaben mitbetreut, berichtet, dass man fürs Erste rund 500 Gläschen Salz abgefüllt habe. Die Beteiligten betonen, dass dafür nicht mehr Sole als zuvor genutzt werde. Eine überschaubare Marktchance für ihr besonderes Produkt sehen die Initiatoren auf jeden Fall. Denn manche angebliche Salz-Spezialität etwa aus Hawaii oder Afrika koste bis zu 16 Euro.