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Erst hecheln, dann spinnen

as Lüneburg. Die Halme des Flachses sind superhart. Wie daraus ein feines Leinentuch werden kann, das konnten Kinder unter anderem beim Handwerker-Tag in Häcklingen am Triftweg erleben. Organisiert hatte die Veranstaltung der Verein Heideentdecker, der Kindern spielerisch alte Handwerke und Wirtschaftsweisen vermitteln will. Eine tolle Aktion mit vielen Mitmachstationen, an denen Heerscharen von jungen Besuchern begeistert teilnahmen.

„Flachs ist ähnlich wie Korn. Die Leinsamen kann man essen. Die Halme müssen aber erst einmal weich gemacht werden, damit der Faserflachs später zum Leinenstoff verarbeitet werden kann“, erläutert Garnet Grünhagen vom Verein Heideentdecker der neunjährigen Maybritt und der siebenjährigen Mirja. Im ersten Schritt werden die Halme über die Flachsbrake geschlagen, was Maybritt gleich einmal probiert. Danach geht’s ans Hecheln der Fasern, dadurch werden die holzigen Anteile rausgekämmt, erklärt Garnet Grünhagen den jungen Zuschauern. „Erst danach kann mit dem Spinnen begonnen werden. Ihr könnt aber auch an den Tisch dort gehen, wo der weiche Flachs als Füllstoff für Stoffschafe genutzt wird.“ Das lassen sich die Kinder natürlich nicht zweimal sagen.

Lukas steuert hingegen interessiert das Spinnrad von Helga Fachmann an, die zu den Mitgliedern der Neetzer Spinnstube gehört, und die feine Fäden spinnt. „Dahinten am Webstuhl kannst du ausprobieren, wie daraus ein Leinentuch gewebt wird“, sagt sie zu dem Sechsjährigen und hält ihm ein Geschirrtuch hin, was Lukas kommentiert: „Das haben wir auch zu Hause.“ Bei Ulrike Söhl, Weberin aus dem Kloster Lüne, können Besucher praktisch erleben, wie das Weben funktioniert. Toula Keikus aus Rettmer, deren Tochter Anna (5) gespannt verfolgt, wie der siebenjährige Tom erste Erfahrungen am Webstuhl macht, meint: „Es ist toll, was die Heideentdecker hier organisiert haben, um den Kindern zu vermitteln, was aus Flachs entsteht.“

Darüber hinaus gab es aber noch viel mehr zu entdecken, erleben und zum Mitmachen: Kinder konnten Körbchen geflechten und mit nach Hause nehmen, Trecker aus Holz bauen oder Papier schöpfen, so wie das schon vor Jahrhunderten gemacht wurde. Groß war der Andrang auch an der Seilerei des Vereins, wo der Nachwuchs Hanfgarn zu Springseilen drehen konnte. Die Erlebnisschmiede Südergellersen war zudem mit einer mobilen Esse dabei, an der heiße Eisen geschmiedet werden konnten. So viel Aktion macht natürlich Hunger, auf die kleinen und großen Besucher warteten leckere Kuchen, Torten, Bratwurst und Getränke.

Weitere Infos zu dem Verein, der sich über Förder- und aktive Mitglieder freut, gibt es unter dieheideentdecker@gmx.de.