Donnerstag , 29. September 2016
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Gefahr aus alten Leitungen

lk Lüneburg. Blei im Trinkwasser ist gefährlich: Das gilt besonders für Kinder, denn das Schwermetall kann das Nervensystem schädigen. „Wissenschaftliche Studien zeigen, dass eine erhöhte Bleibelastung negative Auswirkungen auf die Intelligenz, das Lernvermögen und die kindliche Entwicklung hat“, sagt Dr. Marion Wunderlich, Leiterin des Gesundheitsamtes beim Landkreis Lüneburg. Die wichtigste Ursache für erhöhte Bleiwerte im Trinkwasser sind Hausinstallationen und Anschlussleitungen aus Blei, die noch bis Anfang der 1970er-Jahre verbaut worden sind. Das Kreisgesundheitsamt bietet jetzt zusammen mit dem Niedersächsischen Landesgesundheitsamt eine kostenlose Trinkwasseruntersuchung an.

Kostenfrei teilnehmen können an der Blei-Untersuchungsaktion private Haushalte, in denen junge Frauen oder Familien mit Kindern leben. Das Baujahr der Wohnung oder des Hauses muss vor 1974 liegen, denn danach sind in Deutschland keine Bleirohre für Neuinstallationen mehr verbaut worden.

Auch Interessierte, die nicht zur beschriebenen Zielgruppe gehören, können gegen eine Gebühr in Höhe von rund 13 Euro ihr Trinkwasser untersuchen lassen. Das Gesundheitsamt des Kreises ist dabei Anlauf- und Beratungsstelle für interessierte Bürger der Region.

Ein Probenset für die Trinkwasseruntersuchung bekommen Bürger nach der Anmeldung im Gesundheitsamt, Am Graalwall 4, in Lüneburg. Das Set enthält eine Kunststoff-Probenflasche, die Entnahmeanleitung und einen Fragebogen. Die Teilnehmer entnehmen eine Probe aus ihrem häuslichen Leitungswasser und schicken diese per Post an das Niedersächsische Landesgesundheitsamt in Hannover. Dort werden die Proben auf ihre Bleikonzentration untersucht.

Die Qualität des Trinkwassers wird durch die Trinkwasserverordnung geregelt. Demnach gilt für Blei ein Grenzwert von 25 Mikrogramm je Liter. Ab dem 1. Dezember 2013 wird dieser Grenzwert auf 10 Mikrogramm je Liter gesenkt. „Das gesundheitliche Risiko von Blei im Trinkwasser ist vielen nicht bewusst“, sagt Gesundheitsingenieur Matthias Wilder vom Landkreis Lüneburg. „Nur wenige Menschen kennen das Material ihrer Hausinstallation.“

Die landesweite Blei-Untersuchungsaktion soll den Austausch gesundheitsgefährdender Leitungen beschleunigen und die Bleiaufnahme insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern reduzieren.

Weitere Informationen unter Tel.: 0 41 31/26 14 91 oder per E-Mail an matthias.wilder@landkreis.lueneburg.de.