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Neue Chance für Berufseinstieg

rast Lüneburg. Sie kommen beispielsweise aus Palästina, Russland und El Salvador, wurden in ihren Geburtsländern zu Ärztinnen, Kosmetikerinnen, Krankenschwestern oder Hebammen ausgebildet, arbeiteten dort zum Teil auch in ihren Berufen. Die meisten von ihnen leben inzwischen seit 15 und mehr Jahren in und um Lüneburg. Sie würden hier gerne wieder arbeiten, doch es gibt die Sprachbarriere. In einem Modellprojekt des Vereins Amistad und der Volkshochschule, das jetzt in die zweite Runde geht, werden Frauen mit Migrationshintergrund nicht nur Deutschkenntnisse vermittelt. Das Angebot reicht bis zur Unterbringung in Praktikumsplätze über den Round Table 70 Lüneburg, der auch den zweiten Part des Projekts mit 2500 Euro unterstützt.

„Heute gibt es für Migrantinnen, die neu nach Deutschland kommen, Integrationskurse“, sagt die stellvertretende VHS-Leiterin Claudia Kutzick. Doch das war nicht immer so. Die im aktuellen Kursus angesprochenen Frauen kümmerten sich in ihrer neuen Heimat Lüneburg einst vorrangig um ihre Familien. Lucy Grimme ist Vorsitzende von Amistad, dem Verein zur Förderung des kulturellen Austausches zwischen den spanischsprachigen Ländern und Deutschland, sowie Mitglied im Integrationsbeirat von Stadt und Landkreis. Sie erläutert: „Das Projekt dient nicht nur dazu, die deutsche Sprache zu verbessern. Es gibt den Müttern auch Einblicke ins niedersächsische Schulsystem und vermittelt Selbstvertrauen, damit die Mütter zum Beispiel bei Elternabenden das Wort ergreifen können.“ Auch werden Kenntnisse über das deutsche Gesundheitssystem und politische Bildung vermittelt. Wesentlicher Part des Projekts ist die Vorbereitung auf einen möglichen Wieder- oder Neueinstieg in den Beruf. Unter anderem werden hier EDV-Kenntnisse erlangt.

Projektpate ist der Round Table, für den jetzt Präsident Felix Mölders und Philipp Mitzscherlich einen Scheck in Höhe von 2500 Euro überreichten, bereits zum Start vor einem Jahr gab es dieselbe Summe. Mölders sieht die Integration „als wichtiges Thema in der Gesellschaft und wichtig für Lüneburg“, denn: „Es ist erstaunlich, dass die Frauen hier alle gut ausgebildet sind, fast alle einen abgeschlossenen Beruf vorweisen können und nur durch die Sprachbarriere keine Anstellung finden.“ Hier sehen sich die Round Tabler als Paten in der Pflicht, agieren als Vermittler von Praktikumsplätzen und damit als Scharnier zwischen Projekt und möglichen Arbeitgebern: „Wir sind weiter dabei, Plätze für die Damen zu suchen.“