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Hubschrauber-Einsatz gegen Raupe

emi Kirchgellersen. Es ist 15.19 Uhr, als der gelbe Hubschrauber AS 350 D-HLIX unter ohrenbetäubendem Lärm zum ersten Mal von der Wiese am Einemhofer Weg in Kirchgellersen abhebt. An Bord: 650 Liter Wasser und 650 Gramm des Insektizids Dimilin. Mit diesem Gemisch will der Kreis Lüneburg dem Eichenprozessionsspinner an den Kragen, das Fraßgift Dimilin soll die Häutung der giftigen Schmetterlingsraupen verhindern. Am Donnerstag, 9. Mai, wurden die lästigen Krabbeltiere zum ersten Mal rund um Kirchgellersen aus der Luft bekämpft – Teilabschnitte der Landesstraße 216 zwischen Luhmühlen und Reppenstedt sowie der Bundesstraße 209 zwischen Embsen und Amelinghausen waren deshalb für je rund 15 Minuten gesperrt.

Am Freitag, 10. Mai, sind Gebiete in den Samtgemeinden Ostheide und Dahlenburg, am Sonnabend, 11., in Bleckede, der Samtgemeinde Scharnebeck und dem Amt Neuhaus dran. Dann werden sich auch dort Autofahrer wegen des Sprüh-Einsatzes eine Weile gedulden müssen.

„Wenig Wind und Sonne: Wir haben perfektes Flugwetter erwischt“, freut sich Carsten Schigulski vom Landkreis Lüneburg, der im Wagen der Freiwilligen Feuerwehr Brietlingen am Wiesenrand ein mobiles Einsatzzentrum eingerichtet hat. Vom Fahrzeug aus koordinieren er und die Brandschützer über Funk und Telefon die Straßensperrungen mit den Helfern der Straßenbaubehörden vor Ort.

Und auch wenige Meter entfernt auf dem Landeplatz haben die Helfer alle Hände voll zu tun: Raik Czigler von der Helix Fluggesellschaft mischt immer wieder Dimilin-Pulver mit Wasser in einem Behälter zusammen, sein Kollege füllt mithilfe eines Schlauchs den Tank am Bauch des Helikopters auf, rund acht Mal muss er das an diesem Tag tun. „650 Liter reichen nur für 13 Hektar“, erklärt Czigler, „deshalb muss der Hubschrauber etwa alle 15 bis 20 Minuten zum Landeplatz zurück und neu betankt werden“. Der Pilot könne mittels GPS das Gift exakt über den Bäumen ausbringen.

„Der Tag ist sehr gut gelaufen“, lautet Schigulskis Fazit, als der Helikopter nach rund anderthalb Stunden zum letzten Mal abhebt. „Es gab keine Meldungen über große Schwierigkeiten an den Strecken.“ Er bedanke sich bei allen Helfern.