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Hier parken Räder kostenlos

as Lüneburg. „Lass mich nicht im Regen stehen“ lautet der Schriftzug auf Sattelüberzügen, die heute auf wild geparkte Räder auf dem Bahnhofsvorplatz verteilt werden. Mit der Aktion sowie mit Faltblättern will die Stadt aufmerksam machen auf das neue Fahrradparkhaus am Bahnhof, das heute eröffnet wird. Auf zwei Etagen finden dort weitere 800 Räder einen Platz unter Dach – und das sogar kostenlos rund um die Uhr. Stadtbaurätin Heike Gundermann: „Zusammen mit den Plätzen im alten Radspeicher können wir nun mehr als 2100 Räder überdacht in Reihenparkern unterbringen.“ Die Hoffnung der Stadt ist es auch, dass durch dieses zusätzliche Angebot Wildparker vom Bahnhofsvorplatz verschwinden.

Durch das neue Fahrradparkhaus rückt Lüneburg im bundesweiten Vergleich der überdachten Radabstellanlagen an Bahnhöfen auf den zweiten Platz hinter Münster. Bisher standen 1330 kostenpflichtige, videoüberwachte und abschließbare Plätze im alten Radspeicher zur Verfügung, der 1996 gebaut wurde. In Anbetracht von etwa 8000 Pendlern, die immer mehr mit dem Rad zum Bahnhof kommen, habe dieses Angebot aber nicht ausgereicht, so Stadtbaurätin Heike Gundermann. Deshalb entschloss sich die Stadt zum Bau der neuen Radstellanlage – auch mit Blick auf die rund 500 Räder, die kreuz und quer auf dem Bahnhofsvorplatz stehen und ein Hindernis sind für Passanten, ergänzt Umweltdezernent Markus Moßmann. Besonders für Menschen mit Behinderung, Senioren und Mütter mit Kindern eine fatale Situation. Argumente wie „kein Platz im Radspeicher“ oder „kostet Geld“ würden künftig nicht mehr gelten durch die neue Anlage, sagt Moßmann.

Zu den Plätzen im Erdgeschoss kommt man durch mehrere Eingänge. Der Zugang für die obere Ebene erfolgt derzeit noch um den Westbahnhof herum. Ein Übergangszustand, der möglichst bald behoben werden soll, so die Stadtbaurätin. Eine Rampe hinter dem Backshop hatte eigentlich schon im Zuge von Umbauarbeiten am Westbahnhof entstehen sollen, doch das Projekt der Bahn verzögerte sich. Auf den beiden Etagen, die nachts beleuchtet sind, befinden sich 780 Reihenparker sowie 20 Stellplätze für Transport- oder Liegeräder. Laut Moßmann wird das Gebäude videoüberwacht.

Laut Uta Hesebeck, Bereichsleiterin Straßen- und Ingenieurbau, belaufen sich die Kosten für das neue Fahrradparkhaus inklusive Grunderwerb und Abriss der Turnhalle auf 1,9 Milionen Euro. Die Stadt erhielt für das Projekt Zuschüsse: 530 000 Euro von der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG), 200 000 Euro vom Landkreis sowie 85 000 Euro aus dem Förderfonds Hamburg-Niedersachsen. Der Eigenanteil der Stadt beläuft sich damit auf eine Million Euro.