Donnerstag , 29. September 2016
Aktuell
Home | Lokales | Für sicheres Miteinander am Zebrastreifen
3240632.jpg

Für sicheres Miteinander am Zebrastreifen

as Lüneburg. Mit der bundesweiten Aktion „Halten. Sehen.Sichergehen“ will der ACE (Auto Club Europa) Autofahrer, Fußgänger und Radler sensibilisieren, die Regeln an Fußgängerüberwegen zu beachten und andere Verkehrsteilnehmer nicht in Gefahr zu bringen. Das Thema hat einen ernsten Hintergrund: „Im Jahr 2011 ereigneten sich bundesweit 5362 Unfälle ausschließlich an Zebrastreifen, das waren 262 oder 4,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor“, macht Peter Oehser, Vorsitzender des ACE-Kreises Lüneburg, deutlich.

Oehser wird im Monat Mai wie andere Fachleute des Clubs sich an verschiedenen Fußgängerüberwegen postieren und dabei das Verhalten der Verkehrsteilnehmer notieren. Dabei werde auch der Zustand der Übergänge einschließlich der Beschilderung in einer Checkliste eingetragen. „Das Ergebnis der Lüneburger Erhebung fließt später in eine bundesweite Studie ein, die der ACE voraussichtlich im Herbst veröffentlichen wird“, erklärt Oehser. „Wir wollen Unfälle an Zebrastreifen durch unsere Kampagne künftig mit verhüten helfen und sehen hier einen dringenden Handlungsbedarf.“

Die Zahlen der bundesweiten Verkehrsopferbilanz 2011 zu 2010 sprechen dafür: Bei Unfällen an Zebrastreifen wurden 31 Fußgänger getötet, das waren 19 mehr als im Jahr zuvor. „Das entspricht einer Steigerung von 38,7 Prozent“, so Oehser. Es gab 908 Schwerverletzte (2010: 858) sowie 4423 Leichtverletzte (2010: 4223). Laut ACE wurden 71,2 Prozent der Unfälle von Autofahrern und Zweiradfahrern einschließlich Radfahrern verursacht. 28,8 Prozent gehen auf das Konto von Fußgängern. Junge und ältere Verkehrsteilnehmer verunglücken als Fußgänger häufiger. Der Grund: Kinder können Entfernungen, Geschwindigkeiten und Absichten von Autofahrern oft nicht richtig einschätzen. Bei älteren Menschen sind es oft die Reaktionsfähigkeit, motorische Momente und das Sehvermögen.

Neben einem rücksichtsvollen und fairen Verhalten aller Verkehrsteilnehmer an Zebrastreifen möchte der ACE aber auch forcieren, dass sich die Überwege im besten Sinne sehen lassen können: Dazu gehört die Beschilderung Fußgängerüberweg wie auch eine optimale Fahrbahnmarkierung. Parkende Autos müssen einen Mindestabstand von fünf Metern zum Zebrastreifen haben, zusätzliche Beleuchtung ist ein Muss für bessere Sichtbarkeit. Abgesenkte Bordsteine garantieren Barrierefreiheit. Wie das in Lüneburg umgesetzt ist, wird Peter Oehser auch notieren.