Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Da ist jeden Tag Muttertag

ca Embsen. Muttertag, das war für Annette Asmus jahrelang ein Tag wie andere – jede Menge Arbeit. Als Babys wollten ihre Drillinge gefüttert werden, quakten, als die Windeln voll waren und brauchten neue Kleidung, da lief die Waschmaschine oft selbst nachts. Heute allerdings verwöhnen Celine, Jeannette und Veit ihre Mama gemeinsam mit Vater Peter. Eine Überraschung werde es zum Muttertag geben – Ehrensache. Aber was das sein wird, wollen die drei 15-Jährigen natürlich nicht verraten. Ihre Mutter lächelt und sagt: „Ich stehe dann im Mittelpunkt.“

Als sie im zweiten Monat schwanger war, sagte der Arzt bei einer Untersuchung, sie würde Zwillinge bekommen. Einen Monat später erhöhte er auf Drillinge: „Beim nächsten Besuch in der Klinik dachte ich, hoffentlich bleibt es dabei.“ Das tat es. Das Leben änderte sich trotzdem radikal: Die 62-Quadrat-Meter-Wohnung in der Stadt war ebenso zu klein wie das alte Auto für drei Kindersitze. Allein kam die Mutter bei der Versorgung der fidelen Kinderschar kaum hinterher: „Wenn der eine etwas wollte, folgten die beiden anderen.“ Der Vater war tagsüber arbeiten, also sollte eine Unterstützung her, doch es dauerte, bis die Krankenkasse schließlich eine Betreuerin der diakonischen Haus- und Familienpflege bewilligte.

Manchmal sei sie neidisch auf andere Mütter gewesen, erinnert sich Annette Asmus. Die hätten auf dem Spielplatz oder in der Stadt nur auf einen Zwirsel achten müssen, doch rückblickend sagt die gelernte Erzieherin: „Dafür war ich mit einem Mal durch.“

Seit 1999 lebt die Familie einem Haus in Embsen, das Auto wurde längst der neuen Größenordnung angepasst. Und selbstverständlich hat sich das Leben geändert. Heute packen die Teenager im Haushalt mit an. Veit ist unter anderem im Garten für die Rasenpflege zuständig. Seine Schwestern räumen die Spülmaschine aus und helfen beim Saubermachen. Es gibt also keinen Rund-um-Service im Hotel Mama. Auch deshalb nicht, weil die 47-Jährige halbtags wieder als Erzieherin arbeitet. Beim Heimspiel ist allerdings auch pädagogisches Können gefragt, denn es herrscht keine permanente Dreieinigkeit. Die Geschwister grinsen sich an: Natürlich werde mal über den anderen gelästert, klar, gebe es mal Streit.

Ein volles Haus gehört bei den Drillingen, die alle in Embsen zur Schule gehen, dazu. „Manchmal ist es hier wie in einem Jugendzentrum“, sagt Annette Asmus. Denn Veit, Celine und Jeannette bringen einen Schwung Freunde mit – da muss man(n) oder frau sich mal entsprechend vorm anderen Geschlecht produzieren, etwa mit etwas lauterer Musik. Doch bei allen Kabbeleien macht die Familie einen zufriedenen Eindruck. Veit sagt: „Mama regelt das.“ Celine ergänzt: „Mama schlichtet.“ Jeannette ist sich sicher: „Ohne Mama sähe es wohl ziemlich chaotisch aus.“

Weil sie wissen, was sie an ihrer Mutter haben, war das Dankesagen in den vergangenen Jahren selbstverständlich: Mit Vater Peter (51) haben sie Ausflüge organisiert, auch eine Kanutour, bei der es feucht und fröhlich zuging, als ein Schiffchen auf U-Boot-Kurs ging. Auch an diesem Muttertag steht ein Programm an, nur einen Punkt verraten die Drillinge, den Klassiker: Mama bekommt Frühstück ans Bett.