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Zwischen Himmel und Hölle . . .

dth Westergellersen. Zwischen Himmel und Hölle befindet sich die Heide. Ein entsprechendes Wechselbad der Gefühle erlebten offenbar die beiden Veranstalter Klaus Hoppe aus Lüneburg sowie Matthias Graf aus dem Kreis Harburg mit dem „Eventpark Luhmühlen“. Vor einem Jahr ging mit der Marke „Himmel und Heide“ die neue Agentur an den Start, um das Reit-Turniergelände in der Westergellerser Heide als „Location“ für Firmenevents und Konzerte zu etablieren. Die Bilanz nach einem Jahr fällt allenfalls durchwachsen aus: Die Zuschauerzahlen blieben hinter den Erwartungen zurück, die Nachfragen von Veranstaltern zunächst auch. Und die Initiatoren von einst gehen getrennte Wege. Doch Matthias Graf gibt nicht auf, glaubt weiterhin an das Entwicklungspotenzial des Standortes.

„Wir zünden die zweite Stufe unserer Rakete Luhmühlen“, frohlockte noch im April 2012 Harburgs Landrat Joachim Bordt im Callunaris bei der offiziellen Vorstellung der „Luhmühlen Events GbR“, die hinter der Marke „Himmel und Heide“ steckt. Zusammengefunden hatten sich dafür auf der Lüneburger Seite Klaus Hoppe und Susan Esmann von der Lüneburger Campus Management GmbH (Vamos, Ritterakademie etc.) und auf der Harburger Seite Matthias Graf, Mitinhaber der „Eventagentur 412“, und sein Kollege Philip Schwarz. Eigentlich eine Menge Schubkraft, doch so richtig zünden mochte die Rakete nicht. Auch wegen Unstimmigkeiten in der Chemie, so heißt es, verließ die Lüneburger Seite bereits zum Jahresende 2012 die gemeinsame GbR.

„Wir wollen erst einmal kleine Brötchen backen und nicht mit der riesen Nummer starten“, sagt Matthias Graf jetzt im LZ-Gespräch. Und: „Meine Liebe und Leidenschaft zum Projekt ist ungebrochen.“ Trotz des schlechten Auftakts im vergangenen Sommer: Da wollte Luhmühlen Events mit einem großen Familienfest Kind und Kegel auf das Gelände locken, inklusive Public-Viewing der Reitwettkämpfe bei den Olympischen Spielen. Dr. Roland Wörner, Geschäftsführer des reiterlichen Ausbildungszentrums Luhmühlen-Lüneburger Heide (AZL) sagt: „Wir hätten von der Agentur mehr Veranstaltungen erwartet. Und die bisherige Werbung war meines Erachtens auch nicht zielgruppengemäß. Die Ausfälle konnten wir aber mit eigenen Veranstaltungen kompensieren, zum Beispiel mit der Deutschen Meisterschaft im Distanzreiten, an der auch Scheichs aus Bahrain teilgenommen haben.“ Gleichwohl sagt Wörner: „Kreativ und engagiert ist das schon, was die da machen. Wir sind also nicht mutlos und gehen den Weg weiter.“

Der Familientag blieb zunächst die einzige Groß-Veranstaltung von Luhmühlen Events. Unterm Strich stand laut Graf ein Minus von rund 15 000 Euro. Das Lüneburger Rockfest, ebenfalls mager besucht, ging dafür auf die Rechnung eines Dritten: „Digga Promotion“. Zumindest für die Behörden war es eine gute Übung. Wörner: „Wir haben für das Sicherheitskonzept vom Ordnungsamt Gellersen, dem THW, der Polizei und der Feuerwehr Westergellersen die Rückmeldung erhalten, dass das Gelände für Großveranstaltungen hervorragend geeignet ist.“

Doch auch vor dem Hintergrund der schlechten Erfahrungen der anderen zeigt sich Graf mit eigenen Musikveranstaltungen noch zurückhaltend: „Wir konnten nicht davon ausgehen, dass die Welt sofort wahrnimmt, dass wir mit Luhmühlen einen hervorragenden Veranstaltungsort zwischen Bremen, Hamburg und Hannover haben. Das muss man mittelfristig aufbauen. Deswegen waren wir jetzt erst einmal fleißig, indem wir viel Werbung bei Veranstaltern und Firmen für den Standort gemacht haben.“ Mit ersten kleinen Erfolgen.

Im Juni soll es einen Open-Air-Gottesdienst der umliegenden Kirchengemeinden geben, im Juli die erste Hochzeit im Callunaris stattfinden, zudem sind der Kreisjugendfeuerwehrtag Harburg sowie Wettkämpfe der Kreisfeuerwehr Lüneburg dort geplant. Und im August wird es auch wieder musikalisch, mit der Verdi-Oper „Nabucco“ unter freiem Himmel in der Heide.

Weitere Infos unter www.himmelundheide.de