Donnerstag , 29. September 2016
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18 Jahre Pacht für einen Euro

dth Adendorf. Obwohl die Gemeinde Adendorf sparen will, hält die Politik an dem Bau eines voraussichtlich 150 000 Euro teuren Parkplatzes fest. Das hat kürzlich der nichtöffentliche Verwaltungsausschuss bekräftigt. Martin Vogel, Adendorfs Erster Gemeinderat, sagt dazu auf LZ-Nachfrage: „Der Parkplatz dient zur Abrundung des Gesamtgeländes an der Adendorfer Sportmeile.“

So die offizielle Begründung. Doch mit dem Bau des Parkplatzes übernimmt die Gemeinde auch die Kosten für eine Zufahrt, die den geplanten Wohnmobilstellplatz nebenan mit erschließen soll. Obwohl ein Grundstück der Gemeinde, liegen Gestaltung und Unterhaltung in den Händen der Lüneburger Parkhaus und Parkraum Verwaltungs GmbH (Lüneparken). Die Gesellschaft hat das Areal bis Ende 2030 von der Gemeinde gepachtet – nach LZ-Informationen für einen Euro.

Dass die Gemeinde Adendorf die Einrichtung des Wohnmobilstellplatzes am Scharnebecker Weg gegenüber dem Eisstadion abgegeben hat, begründet Erster Gemeinderat Vogel mit den geringen finanziellen Spielräumen der Gemeinde. Und: „Wir haben auf Lüneparken zurückgegriffen, weil die bereits Erfahrungen haben mit dem Wohnmobilstellplatz auf den Lüneburger Sülzwiesen.“

Henning Müller-Rost, Technischer Geschäftsleiter von Lüneparken, sagt auf LZ-Nachfrage: „Wir planen in der kommenden Woche mit den Bauarbeiten für den Adendorfer Wohnmobilstellplatz anzufangen. Vorgesehen sind insgesamt 31 Stellplätze.“ Betriebsbeginn soll am 1. Juli sein.

In die Anlage investiere Lüneparken 200 000 Euro. Müller-Rost: „Der Platz wird zum Sicht- und Lärmschutz von einem Wall umschlossen. Die Zufahrt erfolgt von Norden und führt an der vorhandenen Skater-Anlage vorbei. Auf dem Platz werden Stromanschlüsse sowie eine Ver- und Entsorgungsstation für Wasser und Abwasser für die Wohnmobile eingerichtet.“

Felix-Benjamin Manzke, kaufmännischer Geschäftsleiter von Lüneparken, ergänzt: „Die Gemeinde Adendorf ist auf uns zugekommen, ob wir die Anlage erstellen und betreiben wollen, weil sie selbst das Geld dafür nicht habe.“ Gleichwohl: „Die Investition durch Lüneparken soll das Freizeitangebot in der Gemeinde Adendorf weiter stärken.“ Manzke betont: „Wohnmobiltouristen sind eine kaufstarke Klientel von der auch die anderen Freizeiteinrichtungen in Adendorf profitieren sollen.“

Dass die Gemeinde in dem längst unterzeichneten Vertrag Lüneparken für die Laufzeit bis zum 31. Dezember 2030 ingesamt nur einen Euro Pacht abverlangt, wollte Manzke gegenüber der LZ nicht näher kommentieren, bestätigte aber, dass die Gemeinde im Gegenzug eine „Gewinnbeteiligung“ erhalte. Wie hoch diese Gewinnbeteiligung angesichts einer Investition von rund 200 000 Euro, entsprechenden Abschreibungen sowie laufenden Unterhaltungskosten ausfallen könnte, ließ er offen.

Dafür stehen die Nutzungspreise für die Wohnmobilstellplätze bereits fest. Acht Euro sollen Wohnmobilisten pro Tag und Platz zahlen. Manzke sagt: „Wir werden den Wohnmobilstellplatz an den Lüneburger Sülzwiesen und den neuen in Adendorf im Verbund vermarkten. Wer zum Beispiel ein Ticket in Lüneburg gelöst hat, kann sich mit seinem Wohnmobil dann auch auf den Standort in Adendorf stellen und von dort aus die Freizeitangebote nutzen. Durch die wechselseitige Bewerbung beider Wohnmobilstellplätze wollen wir die Touristen länger in der Region halten.“