Dienstag , 27. September 2016
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Der Keller ohne Haus

ca Lüneburg. Spekulationen gibt es reichlich, auch viele nicht ganz so ernst gemeinte: An den Sülzwiesen könnte der Eingang für ein neues U-Bahn-System entstehen oder vielleicht gar ein Schacht für Atommüll. Seit der Kiosk am Schnellenberger Weg im April vergangenen Jahres abgerissen wurde, rätselt mancher, was dort hochgezogen wird. Angekündigt war mal ein neuer Kiosk.

Zu sehen ist dort derzeit ein Loch, ein Bauzaun grenzt es ein. Architekt Wolfgang Dimke ist mit den Planungen für die „Großbaustelle“ beschäftigt. Zunächst soll ein Keller entstehen, berichtet der Lüneburger. Was darüber emporwächst, sei unklar. Voraussichtlich im Juni starten die Bauarbeiten.

Viele Jahre stand dort ein Kiosk, die Betreiber hatten Zigaretten und Zeitungen im Angebot, auch trafen sich dort manche, um ein oder auch mehrere Biere zu zischen. Dann kam das Aus, Monate stand das Häuschen leer. Im Januar 2012 berichtete die LZ, dass über die Zukunft des Häuschens nachgedacht werde, ein Bauantrag läge vor. Wahrscheinlich würde es dort wieder Bier, Brause und Brötchen geben. Das Nachdenken hielt an, es passierte nichts.

Architekt Dimke sagt, der Käufer habe Pläne für ein Schnellrestaurant mit „internationaler Küche“ verfolgt. Also eine Dönerbude mit Gyros- und Sushi-Anteil? Aus den Ideen sei nichts geworden, sagt Dimke diplomatisch. Es sei dann auch noch ein in die Tiefe gehendes Problem zu klären gewesen: Ein Abpumpen des Grundwassers sei nicht wünschenswert, da sei die Stadt ja gebeutelt nach der Debatte am Hellmannweg. Am Kreideberg droht bekanntlich eine Wohnanlage abzusaufen, wenn das Wasser nicht abgeführt wird und Anwohner Risse an ihren Häusern damit in Verbindung bringen. Also komme nun ein „massiver Betonkeller“ infrage, in diesen Bunker soll kein Wasser eindringen.

Doch ob nun ein Gourmettempel oder ein Zeitungsladen den Keller krönen wird, bleibt offen. Dimke sagt, trotz der nun schon etwa zwei Jahre andauernden Findungsphase gebe es noch kein abschließendes Konzept. Der Keller solle jedenfalls verschlossen werden. Das Loch der Ungewissheit ist dann wohl nicht mehr zu sehen.