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Schwierige Wohnungssuche

ca Lüneburg. Heike Schulz weiß, dass sich ihre Lage nicht verbessern wird. Sie leidet an multipler Sklerose und sitzt im Rollstuhl. Wahrscheinlich lassen ihre Kräfte in den nächsten Jahren eher nach. Deshalb sucht sie nach einer Wohnung, die behindertengerecht ist, samt Betreuung. Ihr Verdacht: Die Stadt habe die Lage von Menschen mit Handicaps nicht ausreichend im Blick, wenn sie neue Baugebiete ausweist. Sie habe jedenfalls bislang nichts Passendes gefunden. Dem widerspricht Stadtsprecherin Suzanne Moenck und verweist zudem auf entsprechende Beratungsangebote.

Heike Schulz lebt an der Bleckeder Landstraße. „Es ist Hochparterre, der Zugang ist nicht ideal“, erzählt die 48-Jährige. Auch sei das Bad nicht behindertengerecht umgebaut: „Freunde und Nachbarn helfen mir, aber die stehen nicht immer bereit.“ Deshalb würde sie gerne umziehen: „Aber nicht in ein Doppelzimmer im Altenheim. Dafür fühle ich mich zu jung.“ Zudem seien viele Heime für sie gar nicht finanzierbar, auch schätze sie die Unabhängigkeit einer eigenen Wohnung und würde dazu gerne Pflege nutzen können, also eine Art betreutes Wohnen.

Gut gefalle ihr eine Einrichtung am Stadtrand in Wienebüttel. Doch sie moniert, dass es von dort keine direkte Busverbindung nach Reppenstedt gibt und auch ein Weg, der zum Brockwinkler Weg führt, aus Kopfsteinpflaster besteht und für sie als Rollstuhlfahrerin nicht zu passieren sei. Der Ausbau eines Weges und eine extra Busverbindung – das ist teuer und angesichts leerer Stadtkassen, ein Wunsch, der sehr nach den Sternen greift. Das weiß auch Heike Schulz, aber sie sagt, manchmal müsse man große Ziele haben.

Stadtsprecherin Moenck macht ihr in diesem Punkt keine Hoffnungen: „Eine Busverbindung lohnt sich nicht, da besteht kaum Nachfrage.“ Außerdem könne der Bus genutzt werden, der quasi auf der anderen Seite fährt, nämlich von Lüneburg nach Vögelsen. Auch ein Ausbau des Weges werde nicht überlegt.

Die Sprecherin verweist auf die Bauordnung, die schreibe vor, dass bei Neubauten ein Geschoss barrierefrei zugänglich sein müsse und jede achte Wohnung behindertengerecht. Darauf achte die Stadt auch, wenn sie Baugebiete ausweise wie etwa den Pilgerpfad-Süd oder das Hanse-Viertel. Doch die Frage sei, ob sich dann jeder so eine Wohnung leisten könne.

Wer sich beraten lassen möchte, kann sich an den städtischen Pflegestützpunkt wenden unter Tel.: 3 09 32 13 oder aber ans Seniorenservicebüro unter Tel.: 3 09 33 70.