Dienstag , 27. September 2016
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Biber auf dem Vormarsch

emi Hohnstorf/Elbe. Der Biber breitet sich in der Region immer weiter aus. Das bestätigt der ehrenamtliche Biberbeauftragte aus Bleckede, Dieter Schmidt. „An der Elbe sind alle Reviere besetzt, etwa alle anderthalb Stromkilometer befindet sich eines. Darin leben in der Regel drei Biber, es können aber auch bis zu sieben sein.“

Ein paar der possierlichen Nagetiere hat kürzlich Hobbyfotograf Piter Wichers entdeckt – dabei ist ihm ein Schnappschuss gelungen. „Ich war zwischen Hohnstorf und Sassendorf unterwegs“, berichtet der als Kettensägen-Schnitzer bekannte Hohnstorfer. Eigentlich habe er nur bei den Seeadlern nach dem Rechten sehen wollen. Doch dann fielen ihm „ein paar Kuhlen mit Weiden drumherum“ auf. „Da leben Biber, aber das wissen nur wenige.“

Wichers Interesse war geweckt, einen Tag später kehrte der 48-Jährige in den frühen Morgenstunden an die Stelle zurück, schlich sich mit seiner Kamera an und legte sich auf den Bauch. So gelang ihm der Glückstreffer: „Die Biber bekommt man nicht so oft zu Gesicht, denn sie sind dämmerungs- und nachtaktiv und tagsüber nicht zu sehen.“

Vor hundert Jahren galt der Biber als fast ausgestorben, so Schmidt. Das dichte Fell des Tiers, sein Drüsensekret Bibergeil und sein essbares Fleisch hatten Begehrlichkeiten geweckt. „Eine Restpopulation gab es aber unter anderem noch an der mittleren Elbe bei Dessau. Dort gab es Mitte des vergangenen Jahrhunderts zirka 500 Tiere.“ Nach einem kleinen Niedergang in den Nachkriegswintern, als Biber im Kochtopf landeten, habe die Population durch den Biberschutz in der DDR wieder zugelegt.

Seit der Wende breiteten sich die Nager nun an der Elbe entlang immer weiter Richtung Hamburg aus, vor rund 20 Jahren seien die Tiere in Bleckede angekommen. Inzwischen weichen die Biber laut Schmidt auf die Nebenflüsse aus – auch auf die Ilmenau. Grund: „Der Populationsdruck ist größer geworden. Junge Biber bleiben zwei Jahre bei ihren Eltern, im dritten Jahr verlassen sie ihre Familien und suchen sich ein eigenes Revier.“

Warum sie hier so präsent sind, erklärt der Biberbeauftragte so: „An der naturbelassenen Elbe mit ihren Weichholzauen und dem nicht verbauten Überflutungsgebiet finden sie ideale Bedingungen vor.“ Biber nutzten das Wasser zum Schutz vor Feinden, transportierten darüber auch Äste und Stämme.