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Kreis wegen Sprüheinsatz in der Kritik

emi Reppenstedt. Der Sprüh-Einsatz gegen den Eichenprozessionsspinner am hat bei einer Anwohnerin in Reppenstedt für Angst und Ärger gesorgt. Der Hubschrauber-Pilot habe das Insektizid Dimilin zur Bekämpfung der Raupe auch über ihrem Garten abgesprüht, beklagt Iris Kröpke-Adam, die am Fritz-Reuter-Ring, unweit der Landesstraße 216 zwischen Kirchgellersen und Reppenstedt, wohnt. Dieser Abschnitt der L 216 lag auf der Flugroute.

„Ich war gegen 15.30 Uhr vor der Tür als der Hubschrauber kam“, berichtet die 52-Jährige. „Meine direkten Nachbarn saßen zu dem Zeitpunkt auf der Terrasse und haben etwas von dem Mittel abbekommen.“ Daraufhin sei eine „tierische Unruhe“ unter den Anwohnern entstanden, „alle Nachbarn hatten Angst“. Zwar habe ihr Dr. Marion Wunderlich, Fachdienstleiterin Gesundheit beim Kreis Lüneburg, diese in einem Gespräch nehmen können.

Aber Kröpke-Adam ist auch sauer über die „Informationspolitik seitens des Kreises und der Gemeinde. Man kann ja nicht davon ausgehen, dass jeder Zeitung liest oder einen Internetzugang hat“, sagt sie. „Es wäre doch ganz einfach gewesen, ein Auto mit Megafon zu schicken, um die Anwohner zu warnen, dass sie drinnen bleiben sollen.“

„Was sollen wir denn noch tun?“, antwortet Lüneburgs Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer auf LZ-Nachfrage. „Wir haben im Vorfeld so einen Aufriss gemacht, waren im Radio, im Fernsehen und in der Zeitung.“ Und die Warnung per Megafon? „Das machen wir nicht. Da muss man auch einmal die Kirche im Dorf lassen. Wir bekämpfen den Eichenprozessionsspinner mit einem Mittel, das nicht gefährlich für die menschliche Gesundheit ist.“

Zum Beweis zitiert er aus einem Bericht der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin vom 5. März 2013, der oft verkürzt wiedergegeben werde: „Das zugelassene Produkt Dimilin WG80 ist als gesundheitsschädlich eingestuft. Die für die Anwendung entsprechend verdünnten Konzentrationen sind nicht als gesundheitsschädlich eingestuft. Bei einer Luftanwendung bestehen (…) keine Risiken für den Verbraucher.“

Im Hinblick auf den Sprüh-Einsatz im Garten betont Krumböhmer aber: „Das darf nicht passieren.“ Er wolle die Angelegenheit nun „mit der Firma besprechen“. Am Bürgertelefon habe es vereinzelt Beschwerden gegeben, sie hielten sich aber „noch in Grenzen“. Die Luftbekämpfung sei wegen des guten Wetters bereits gestern abgeschlossen worden, so der Erste Kreisrat. Ab Montag, 13. Mai, beginne die Bodenbekämpfung.