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Bombenfund unweit des Bahnhofs

red Lüneburg. Ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg ist in Lüneburg bei Erdarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Wittenberger Bahn unweit des Bahnhofs entdeckt worden. Der Bahnverkehr Richtung Hannover wurde unterbrochen, die Friedrich-Ebert-Brücke mitten im Feierabendverkehr gesperrt.
Gegen 15.50 Uhr bemerkte ein Baggerführer, der das Fundament einer alten Lagerhalle wegbrach, die Fliegerbombe. Sie lag im Erdreich unter dem Fundament, der Fundort liegt etwa 150 Meter nörlich der Ebert-Brücke Richtung Bahnhof in Höhe der Kleingarten-Kolonie. Die Arbeiten wurden sofort unterbrochen und der Kampfmittelbeseitigungsdienst eingeschaltet. Bis 18 Uhr war noch kein Schienenersatzverkehr Richtung Süden eingerichtet. Die Pendler saßen in Lüneburg fest.
Der historische Stadtkern der tausendjährigen Salzstadt ist zwar im Zweiten Weltkrieg von Bombenangriffen verschont geblieben. Aber die Gegend um den Bahnhof war gegen Ende des Krieges Ziel alliierter Bomberverbände, und von diesen Angriffen liegen noch Blindgänger im Untergrund. Das ist auch deutlich auf alten Luftaufnahmen, die direkt nach den Angriffen gemacht wurden, zu erkennen.
Der erste größere Luftangriff auf Lüneburg war am 22. Februar 1945, damals kamen rund 350 Lüneburger ums Leben. Wenige Wochen später die zweite Tragödie: Am 7. April fielen wieder Bomben und trafen unter anderem einen KZ-Zug. Viele Häftlinge kamen qualvoll in den Waggons um, Überlebende wurden von NS-Schergen erschossen.
Die Stadt wollte eigentlich von einer Fachfirma eine Art „Kampfmittel-Kataster“ für Lüneburg erstellen lassen. Das Unternehmen wertet Luftbilder der Alliierten aus. Experten können an den stecknadelgroßen Punkten erkennen, wo möglicherweise Blindgänger als tödliche Gefahr im Boden schlummern. Feuerwehr und Rettungsdienst sind immer auf mögliche Evakuierungen in solchen Fällen vorbereitet.
Eine große Evakuierungen gab es bei einem Bombenfund 2002 im Roten Feld: Als ein Baggerführer bei Kanalbauarbeiten einen Blindgänger entdeckte, mussten 4000 Anwohner ihre Wohnungen während der Bergungsarbeiten verlassen. Auf dem Uni-Campus wurden 1995 und 1997 Fliegerbomben freigelegt, 3000 beziehungsweise 500 Menschen wurden damals vorsorglich in Sicherheit gebracht.