Mittwoch , 28. September 2016
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Auftakt der Maiwoche in Wendisch Evern

sel Wendisch Evern. Es braucht eine Viertelstunde, um aus einem schlanken, blau-weiß geringelten Mast einen schmucken Maibaum zu machen. Mit einigen Handgriffen werden die sechs Halterungen für die zwölf Vereinswappen angebracht, anschließend wird eine Erntekrone auf den Mast gesetzt, bevor er mit vereinten Kräften hochgestemmt und im Fundament verankert wird. „Seit über 20 Jahren stellen wir einen Maibaum auf. Ursprünglich kommt die Tradition aus Bayern“, erzählt Heinz Hauschildt vom Wendisch Everner Schützenverein. Früher hat ein Bayernclub den Maibaum auf dem Dorfplatz zwischen Alter Schule und Schützenhaus aufgestellt, heute sind die Schützen dafür zuständig.

Erstmals ist das Maibaum-Aufstellen in diesem Jahr der Auftakt einer Maiwoche, die mit vielen Höhepunkten gespickt ist und das ganze Dorf zum Mitmachen einlädt. „Wir möchten, dass alle zusammenkommen“, sagt Volker Brückner. Er gehört dem im Dezember in Lüneburg gegründeten Verein „pro inclusion“ an, der sich für ein Miteinander aller Menschen – ob mit oder ohne Beeinträchtigung – einsetzt.

Und so nimmt auch die benachbarte Hofschule an der Maiwoche in Wendisch Evern teil und fordert alle Gäste zum Tanzen auf. „Wir nennen das Schulhoftänze“, berichtet Pädagogin Elke Möller und freut sich, dass ihre Schüler schnell einige Mittänzer unter den Festbesuchern finden. „Das Miteinander braucht natürlich Zeit“, weiß sie, ebenso wie Brückner. Aber die Maiwoche sei eine gute Gelegenheit, sich in entspannter und familiärer Atmosphäre kennenzulernen.

Das gelingt auch am 1. Mai. Unter anderem sind die Mitglieder der Neetzer Spinnstube angerückt, haben ihre Spinnräder aufgestellt und erklären interessierten Besuchern, was es bei dieser alten Handwerkskunst zu beachten gilt. „Wir sind gerne gekommen, um die Idee des Miteinanders zu unterstützen“, bekräftigt Renate Wille. Gemeinsam mit ihren Mitstreitern lauscht sie der Lesung von Volker Brückner aus dem Buch „Wunder“ (von Raquel J. Palacio), während die Spinnräder leise im Schatten der Bäume klackern. Auch Volker Mai und die Fußballer des SV Wendisch Evern lasen Passagen aus ihren Lieblingsbüchern, während wenige Meter entfernt möglichst zielgenau Boulekugeln platziert wurden. „Der heutige Tag steht unter dem Motto Boule, Bücher und Spinnen“, erklärt Brückner.

Am Freitag, 3. Mai, geht die Maiwoche sportlich weiter. Wie berichtet, wird Josef Giesen, mehrfacher Paralympics-Teilnehmer, mit den jungen Sommerbiathleten des Ortes eine Trainingseinheit absolvieren. Abends findet im Schützenhaus zum Thema „Inklusion im Alltag“ eine Diskussion statt. Am Sonnabend, 4. Mai, jagt eine Attraktion die nächste. So wird die Amelinghausener Heidekönigin Jana George erwartet, begleitet von den Amelinghausener Schrammlern. Beim Programmpunkt „Singen mit Haui“ können in der Mehrzweckhalle Musikwünsche abgegeben werden. Und der Dorfplatz wird zu einer „Bewegungsbaustelle“ mit vielen unterschiedlichen Stationen. Ab 19 Uhr übernimmt „neugierig“ mit Wicky Wiekhorst, „Eischä“ Twesten, Lennart Mackenbruck, „Schelle“ Assenheimer und Mirco Heil die musikalische Regie und wird dem Publikum einheizen. Der Sonntag, 5. Mai, gehört dann wieder dem Sport: Um 10.30 Uhr startet der „Zeitlos-Lauf“ am Timeloberg. Und auf dem Bogensportplatz geht es ab 9 Uhr um die Niedersachsen-Trophy im Sommerbiathlon. Viel Bewegung mit einem Ziel: das Miteinander zu stärken.