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Abbau von 420 Tonnen Stahl

tja Lauenburg. Die Menschen in Lauenburg erwartet ein einmaliges Schauspiel: Die alte Kanalbrücke über den Elbe-Lübeck-Kanal im Zuge des Horster Damms (Bundesstraße 5) soll abgebaut werden. „Der Abbau erfolgt von Sonnabend, 18. Mai, 16 Uhr, bis Sonntag, 15 Uhr“, berichtet Stefan Lühr, Ingenieur beim Lauenburger Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA). Lühr: „Ich gehe davon aus, dass das Vorhaben reibungslos klappen wird. Unser Auftragnehmer hat uns sehr detaillierte Pläne, wie er es umsetzen möchte, präsentiert.“

Das Projekt gehört zum Neubauvorhaben für die Straßenbrücke. Autos und Laster rollen bereits seit vier Wochen über eine eigens errichtete Behelfsbrücke südlich an der Baustelle vorbei. Im Frühjahr 2017 soll die neue Brücke eingeweiht werden. Das WSA investiert in das Vorhaben rund 17 Millionen Euro.

Die Demontage der alten Kanalbrücke wird auf jeden Fall ein Kraftakt. Die Konstruktion wiegt 420 Tonnen. „Natürlich wird alles, was vorher abgebaut werden kann, entfernt, aber die Brücke selbst hat ein ordentliches Eigengewicht“, sagt Lühr. Um das Bauwerk von seinen beiden Auflagern an beiden Ufern heben zu können, soll jede Menge Technik eingesetzt werden. Zum Einsatz kommen Schwimmpontons, die geflutet werden, um tief im Wasser zu liegen. Darauf werden einen Meter hohe Stahlträger montiert, darauf dann drei Seecontainer. „Diese Seecontainer können ein sehr großes Gewicht tragen, deshalb sind sie ideal für diesen Zweck“, erklärt Lühr.

Die Pontons werden dann am Sonnabend ab 12 Uhr unter die Kanalbrücke manövriert. Zuvor wird der Elbe-Lübeck-Kanal für die Schifffahrt gesperrt. Die eigentliche Montage beginnt ab 16.05 Uhr, dann ist auch das Bahngleis zwischen Lauenburg und Büchen gesperrt. „Um die Brücke anheben zu können, wird das Wasser aus den Schwimmpontons gepumpt. Das sorgt bei den Pontons für so viel Hub, dass sie so weit aus dem Wasser kommen wie notwendig, um die Brücke anzuheben“, erklärt Lühr.

Wenn alles glatt geht, werden die Schwimmpontons anschließend mit der Brücke als Ladung an den Umschlagplatz gebracht. Dort wird die alte Stahlkonstruktion mit einem Kran an Land gehoben und anschließend mit hydraulischen Scheren zerlegt.

Wann genau der spannende Moment ist, kann zurzeit nicht vorausgesagt werden. „Bei der guten Planung dürfte es sicher irgendwann in der Nacht so weit sein“, sagt Lühr.