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Brandheiße „Container News“

pet Lüneburg. Fünf Wochen lang haben sich die 24 Schüler der Klasse BFSA I/4 an den Berufsbildenden Schulen III in Oedeme intensiv mit der LZ beschäftigt. Sie haben die Zeitung gelesen, vieles darüber gelernt, diskutiert und sie waren auch in der Redaktion zu Gast. Jetzt legten die angehenden Sozialassistenten ihre eigene Zeitung vor, die „Container News“. Der Name erklärt sich dadurch, dass die Klasse in einem Container unterrichtet wird. Damit ging für die Jugendlichen das Projekt „Zeitungsleser – Weltentdecker“ zu Ende.

300 Schüler in 16 Klassen an allgemeinbildenden Schulen, an den Berufsbildenden Schulen und in einer Förderschulklasse in Stadt und Landkreis Lüneburg haben in diesem Jahr beim Projekt mitgemacht, das Landeszeitung, Universität und das Netzwerk Leseförderung jetzt zum sechsten Mal seit 2008 auf die Beine gestellt hatten. Auslöser für die Initiative war die PISA-Studie, die die Leseleistungen deutscher Schüler bemängelt hatte.

Unter anderem über die verschiedenen Darstellungsformen in einer Zeitung hatten die BBS-Schüler einiges gelernt – und die sind auch in ihren „Container News“ wiederzufinden. Da berichten Jessica Eissing und Laura Kramer über die Planungen für die Elbbrücke und verfassen gleich auch noch einen Leserbrief dazu. Marvin Becker und Felix Lausberg kommentieren die Situation in der Ausbildung zum Sozialassistenten und Erzieher. Lorena Pohlki und David Amberge-Fischer steuern einen Comic bei.

Imke Oppermann und Franziska Ladwig, beide studieren im 6. Semester Berufliche Bildung in der Sozialpädagogik an der Leuphana, betreuten das Projekt an der BBS. Sie gehören zu den Studenten, die das Seminar „Projekte und Praxis“ von Klaus Schröder im Rahmen des Komplementärstudiums belegt haben. „Für uns war die Teilnahme am Projekt eine gute Gelegenheit, direkt mit Schülern zu arbeiten und uns mal vor einer Klasse auszuprobieren“, sind sich die Studentinnen einig. Katharina Burmeister ist Referendarin an der BBS III, unterrichtet die Klasse BFSAI/4 in Deutsch und Sozialpädagogik. Gerade für angehende Erzieher hält sie das Lesen für wichtig. „Weil sie ja später in den Kindergärten auch vorlesen und ihre Einstellung zum Lesen damit an die Kinder weitertragen werden.“

Fünf, sechs der Schüler in der Klasse BFSAI/4 informieren sich regelmäßig durch die Lokalzeitung, ein paar mehr tun das hin und wieder – die meisten informieren sich durch Internet oder Fernsehen. Wie dicht ihr persönliches Erleben und die Inhalte einer Lokalzeitung beieinander liegen, war eine Erkenntnis, die die angehenden Sozialassistenten aus dem Projekt mitgenommen haben. Jessica Eissing und Laura Kramer etwa, beide aus Amt Neuhaus, müssen im Morgengrauen aus dem Haus, um rechtzeitig in Lüneburg in der Schule zu sein – daraus entstand ihr Beitrag über die Elbbrücke. „Weil uns das doch alle betrifft, das liegt doch auf der Hand“, kamen Marvin Becker und Felix Lausberg auf ihr Thema, den Kommentar zur Sozialassistenten- und Erzieher-Ausbildung.

Jessica Eissing war anfangs überhaupt nicht begeistert vom neuen Projekt – „das war nicht so mein Ding“. Sie gehört zu den Jugendlichen, die ihre Meinung im Laufe der Wochen komplett geändert haben: „Ich fand es dann cool, dass man mal was ganz anderes gemacht hat, auch mal einen Artikel schreiben konnte.“ Referendarin Katharina Burmeister war gerade diese „Handlungsorientiertheit“ beim Projekt besonders wichtig: „Dass man am Ende ein Produkt in den Händen hält“ – die „Container News“ eben.