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Der Traum vom Wohnen

ca Lüneburg. Groß wie ein Handtuch sei ihr Grundstück, beschreiben Ulrike Herda und Adrian Batzik die Lage am Rotenbleicher Weg. Doch auf der 134 Quadratmeter großen Fläche hat das Architekten-Paar ein großzügig wirkendes Gebäude errichtet. Die beiden wohnen mit ihren zwei Töchtern auf vier Ebenen, nutzen 165 Quadratmeter Wohnfläche, haben einen kleinen Garten und einen Stellplatz für ein Auto auf dem Areal untergebracht. Die Architektenkammer Niedersachsen hält das Lüneburger Haus für beispielhaft, eine Jury hat es ausgewählt, um in einer Ausstellung das Thema „Junge Architekten Bauen“ in Zusammenarbeit mit der Versicherung VGH vorzustellen. Die Schau ist bis zum 13. Juni in der VGH-Direktion, Konrad-Zuse- Allee 4, montags bis freitags, jeweils in der Zeit von 9 bis 18 Uhr zu sehen.

Für das Paar stand bei den Plänen für ein eigenes Haus fest, dass es im Roten Feld wohnen bleiben wollte, also machte es sich auf die Suche nach einem Grundstück. „Die Stadtlage ist unübertroffen“, sagt Batzik. Alles sei zu Fuß zu erreichen, auch für die Kinder. Die Familie steht damit auch für einen Trend: Viele wollen in der Stadt leben, eben weil sie dann beispielsweise nah an Einkaufsmöglichkeiten, Kulturangeboten und am Bahnhof sind.

Das Bauen sei eine „Herausforderung“ gewesen, sagt Ulrike Herda. Denn der Bebauungsplan aus den 60er-Jahren sehe eine zweigeschossige Bebauung vor, sie nutzten den erlaubten Ausbau des Dachbereichs für zwei Kinderzimmer. Da sich das Haus in eine geschlossene Bebauung einpassen muss, konnten sie quasi auf Kante bauen: „Wir mussten keinen Abstand einhalten.“ Geschickt haben sie etwa das relativ großzügig angelegte Treppenhaus genutzt, um dort Regale für eine Bibliothek anzubringen – alles wirkt licht und offen. Doch es gibt auch eine Einschränkung. Batzik sagt: „Es ist ein Lebensabschnittshaus.“ Denn im Alter und mit einer eingeschränkten Mobilität dürfte es nicht einfach werden, sein Leben auf mehreren Etagen einzurichten.

Batzik und Matthias Meinheit, mit dem er gemeinsam ein Architekturbüro betreibt, wollen zeigen, dass auch Nachwuchskräfte in Zusammenarbeit mit Bauherren neue Wege gehen können. Das Duo, das unter anderem die Erweiterung der Kitas am Brandheider und am Lüner Weg betreute, steht für eine Entwicklung, für die die Architektenkammer wirbt. Deren Sprecherin Meike Alonso Malo sagt, es gehe darum, „Querdenken“ zu ermöglichen, also neue Aspekte aufzuzeigen. Von 35 eingereichten Entwürfen seien sieben ausgewählt worden, die nun in der Wanderausstellung gezeigt werden. Parallel dazu starte eine Reihe von Vorträgen, die sich an Bauherren richte, die dann mit den Fachleuten direkt Fragen klären können. Den Auftakt macht am Donnerstag, 23. Mai, 18.30 Uhr, in der VGH das Seminar „Grundlagen des Bauens“.

VGH-Chef Martin Aude unterstützt die Reihe gern, als besonders spannend empfindet er den Ansatz, in der Stadt Lücken sinnvoll zu nutzen und zu bebauen.