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Gemeinsam geht es besser

pet Scharnebeck. Aggressives Verhalten kann es sein, massives Stören des Unterrichts oder auch anhaltende Lern- und Arbeitsverweigerung. Im „normalen“ Grundschulunterricht sind solche Auffälligkeiten, die Schüler im emotional-sozialen Bereich zeigen, oft nicht aufzufangen – wohl aber mit Hilfe des Projekts „FiSch“, was ausgeschrieben heißt: Familie in Schule. Davon sind Dagmar Hilmer und viele Mitstreiter überzeugt. Hilmer, Leiterin der Grundschule Scharnebeck, und Schulsozialarbeiterin Birge Schlichting von „PädIn“ stellten das Projekt jetzt in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses des Landkreises vor.

Vorbild für das Scharnebecker Projekt sind „FiSch“-Projekte in Schleswig-Holstein. Jeweils acht Grundschul- und Förderschul-Lehrerstunden pro Woche stellt das Land dafür zur Verfügung, der Landkreis Lüneburg steuert acht Schulsozialarbeiterstunden pro Woche bei, die Samtgemeinde Scharnebeck stellt unter anderem die Räume. Beteiligt sind Schüler und Lehrer der Grundschulen in Scharnebeck, Brietlingen, Artlenburg, Hohnstorf und Echem. Förderschullehrer werden von der Kurt-Löwenstein-Schule (Bleckede) und der Johannes-Rabeler-Schule (Lüneburg) gestellt.

Das Prinzip von „FiSch“: An einem Schultag pro Woche treffen sich betroffene Kinder, Pädagogen und – das ist das Besondere – Eltern an einem zentralen Ort, verbringen dort den Schultag gemeinsam. In der Samtgemeinde Scharnebeck ist das die dortige „Domäne“.

Jeder Schultag beginnt mit einer „Elternrunde“, in der sich die Erwachsenen untereinander austauschen. Mit der dann folgenden „Morgenrunde“ fängt die gemeinsame Zeit von Kindern, Eltern und Pädagogen an – Ergebnisse der zurückliegenden Woche werden ausgetauscht, künftige Ziele vorgetragen. Deutsch und Mathematik stehen in der zweiten und dritten Unterrichtsstunde auf dem Programm, ehe der Vormittag mit der „Auswertungsrunde“ endet – es wird verglichen, ob die für den Tag gesetzten Ziele mit den Ergebnissen übereinstimmen. Dabei hilft ein „Interview“-Bogen mit Fragen wie „Welche Ziele hast du heute erreicht?“ Oder: „Mit welchem Trick ist dir das gelungen?“

Jeweils bis zu acht Kinder werden über einen Zeitraum von zwölf Wochen im „FiSch“-Projekt betreut. Dagmar Hilmer hat festgestellt: „Während der Maßnahme haben die Kinder sehr gute Fortschritte gemacht. Die kippen aber etwas, wenn die Maßnahme nach zwölf Wochen beendet ist.“ Da müsse man „noch nacharbeiten“. Insgesamt neun Kinder aus den Grundschulen der Samtgemeinde Scharnebeck waren und sind bisher bei „FiSch“ dabei.

Mit Unterstützung des Landkreises wird zurzeit der Antrag an die Landesschulbehörde geschrieben, der die Verlängerung des Projekts zum Ziel hat. Signalisiert worden ist Dagmar Hilmer und ihren Mitstreitern von Seiten der Behörde aber schon jetzt, dass es auch im kommenden Schuljahr „FiSch“ in Scharnebeck geben wird.