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Putzaktion macht Bildung möglich

red Lüneburg. Eigentlich hätten Klara-Marie, Insa und Carla an diesem Dienstag frei gehabt, denn am Johanneum fand das mündliche Abitur statt. Für die jüngeren Schüler bedeutete das zwei unterrichtsfreie Tage, auch wenn es Aufgaben für daheim mit auf den Weg gab. Doch anstatt auszuschlafen und entspannt den Tag anzugehen, nutzten die Sechstklässlerinnen den Tag, um Gutes zu tun. Wie rund 180 ihrer Mitschüler beteiligten sie sich an der Spendenaktion „Sozialer Tag“, initiiert von der gemeinnützigen Stiftung „Schüler helfen Leben“. Sie verdienten Geld, das über die Stiftung sozialen Projekten zugute kommt.

Die Schüler des Johanneums suchten sich kleine Jobs, die ihnen Spaß machen und ihrem Alter angemessen sind – von der Mitarbeit in Geschäften oder Betrieben über die Unterstützung in sozialen Einrichtungen bis zur Hilfe bei der Haus- und Gartenarbeit in der eigenen Familie. Klara-Marie und ihre Freundinnen arbeiteten fünf Stunden lang, sie boten im Stadtteil Moorfeld einen Putzservice für Fahrräder an. Pro Rad wurden sie mit 3 bis 5 Euro belohnt. „Insgesamt haben wir damit 90 Euro verdient“, freuten sich die Mädchen.

Nach dem Prinzip „Von Jugendlichen für Jugendliche“ fördert die Stiftung „Schüler helfen Leben“ seit 1992 Hilfsprojekte für Kinder und Jugendliche, die unter den Auswirkungen von Krieg, Gewalt und Armut zu leiden haben, zum Beispiel in Albanien, Bosnien und Herzegowina, Mazedonien, Serbien und im Kosovo. In diesem Jahr ist wegen des syrischen Bürgerkrieges ein Kooperationsprojekt in Jordanien geplant, um syrischen Kindern und Jugendlichen zu helfen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten. Die Projektaktivitäten sollen diese Kinder und Jugendlichen dabei unterstützen, das Erlebte zu verarbeiten und ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten. Zudem sollen sie einen Zugang zu Bildung erhalten.

Die Gymnasiasten des Johanneums haben an ihrem „Sozialen Tag“ insgesamt mehr als 4000 Euro erarbeitet – ein stolzes Ergebnis, zumal sie dafür einen unterrichtsfreien Tag geopfert haben. Diese Tatsache hebt Schulleiter Friedrich Suhr besonders hervor, denn das Johanneum hat den Termin vorgezogen: „Hätten wir den ,Sozialen Tag‘ erst an seinem offiziellen Termin Mitte Juni veranstaltet, wäre es zu Unter-richtsausfall gekommen. Den haben wir durch die Terminierung in die Zeit des mündlichen Abiturs vermeiden können.“

Für die drei Freundinnen aus der Klasse 6L2 war es ein anstrengender, aber definitiv auch gelungener Tag. Sie haben für andere Kinder und Jugendliche Gutes getan und außerdem noch viel Spaß gehabt. Und einige Lüneburger fahren jetzt mit saubereren Rädern.