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Weiter, immer weiter

ca Adendorf. Jörg Korittke und seine Mitarbeiter lassen sich nicht unterkriegen. Am Mittwoch, 15. Mai, ist die Werkstatt des Adendorfer Tischlermeisters abgebrannt, doch schon ein Tag später sind seine Gesellen wieder unterwegs, um bei Kunden Aufträge zu erledigen. „Wir hatten Glück, dass unsere fünf Fahrzeuge, in denen die Mitarbeiter ihr Werkzeug haben, nicht beschädigt wurden“, sagt der 48-jährige Firmenchef. Aber natürlich können er, seine sechs Gesellen, die drei Auszubildenden und seine Bürokraft nicht einfach weitermachen, als wäre nichts geschehen: „Wir setzen auf ein Notfallmanagement.“

Wie berichtet, war am im Spänebunker des Betriebes ein Feuer ausgebrochen, und das war auf die Werkstatt übergesprungen. Die Polizei schätzt den Schaden auf mehr als 400 000 Euro, ein Gutachter hat sogar schon von einer halben Million Euro gesprochen, weil auch Maschinen durch Flammen und Löschwasser unbrauchbar wurden. Gleichwohl sagt Korittke: „Die Feuerwehr hat gute Arbeit geleistet, den Feuerwehrleuten möchte ich ausdrücklich Danke sagen, vor allem den beiden Männern, die bei dem Einsatz verletzt wurden.“ Ein 26-Jähriger war von einem herabstürzenden Dachziegel getroffen worden und hat eine leichte Gehirnerschütterung, ein anderer Brandbekämpfer erlitt bei dem Einsatz eine Rauchvergiftung.

„Die Polizei hat die Werkstatt für ihre Ermittlungen beschlagnahmt“, sagt Korittke. Erst wenn die Beamten mit ihren Untersuchungen fertig seien, könne die Versicherung den Schaden begutachten. Und danach werde er sich um den Wiederaufbau kümmern: „Es wird etwas dauern, bis wir wieder voll einsatzfähig sind. Aber 70 bis 80 Prozent der Aufträge können wir erledigen.“ Durch den Brand wurden auch Elemente zerstört, die der Tischler im Lager stehen hatte: „Fenster und Innentüren bekommen wir geliefert.“ Da gebe es nun Verzögerungen. So kann Korittke zum Beispiel eine Tür für das neue Radparkhaus am Bahnhof nicht pünktlich einbauen. Doch mit den Kunden habe er schon Kontakt aufgenommen, die hätten Verständnis gezeigt – und mehr: „Ich habe mich gefreut, als SMS und Anrufe kamen, die uns Mut gemacht haben.“ Zudem habe die Gemeinde Adendorf angeboten, bei der Suche nach einer Halle für den Übergang behilflich zu sein.

Auch wenn Korittke so energiegeladen wie ein Kraftwerk wirkt, steckt ihm der Schock in den Knochen: „Das Feuer hat sich rasend schnell ausgebreitet. Mit zwei Gesellen habe ich zehn Feuerlöscher in die Flammen gehalten. Wir haben schon gedacht, es ist aus. Aber die Flammen kamen immer wieder hoch.“ Der materielle Schaden sei zu ersetzen, glücklicherweise sei niemand ernsthaft verletzt worden. Und auch sein Nachbar, der Sanitär- und Heizungsbauer Hannebohm, habe mit Verständnis reagiert, obwohl auch eines seiner Häuser durch das Feuer beschädigt wurde.

Aber nun hat Jörg Korittke wieder zu tun. Er will mit seinen Mitarbeitern den Laden am Laufen halten.