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E.on will für Spannung sorgen

red Lüneburg. Wer eine Photovoltaikanlage auf dem Dach seines Hauses hat, könnte in diesen Tagen Post von der E.on Avacon erhalten. Der Grund: Bei vielen dieser Anlagen müssen Wechselrichter nachgerüstet werden.

Der rasante Anstieg Erneuerbarer Energien hat große Auswirkungen auf die Stromnetze. Er erfordert nicht nur ihren Ausbau, sondern auch Eingriffe in die Netzsteuerung. Denn Stromnetze sind sensible Infrastrukturen. Zu jeder Zeit müssen Stromangebot und -abnahme im Gleichgewicht stehen. Ob dies der Fall ist, lässt sich an der Frequenz ablesen, die im Normalfall 50 Hertz beträgt. Steigt die Frequenz, wird mehr Leistung ins Netz eingespeist als verbraucht. Leichte Schwankungen nach oben und unten sind normal und werden von den Netzbetreibern beherrscht. Aber wenn die Frequenz sehr stark unter oder über 50 Hertz liegt, wird es problematisch.

Ab einem Grenzwert von 50,2 Hertz schalten sich viele Stromerzeugungsanlagen zeitgleich ab. Durch die so entstehenden Spannungsschwankungen ist die Systemstabilität gefährdet. Im Extremfall kann das zum großräumigen Ausfall des Stromnetzes führen, einem sogenannten Blackout. Damit das nicht geschieht, sind Vorsorge-Maßnahmen erforderlich.

Dazu zählt die im Juli vorigen Jahres in Kraft getretene Systemstabilitätsverordnung, die Betreiber von Photovoltaikanlagen verpflichtet, ihre Anlagen mit Wechselrichtern nachzurüsten. In Abhängigkeit vom Baujahr sind von der Regelung alle Photovoltaikanlagen über 10 Kilowatt Leistung betroffen, die ans Nieder- beziehungsweise Mittelspannungsnetz angeschlossen sind. Um die Anlagenbetreiber darüber und über die erforderlichen Schritte zu informieren, schreibt E.on Avacon die zirka 10 600 betroffenen Betreiber von Photovoltaikanlagen im Netzgebiet an.

Den Anlagenbetreibern entstehen durch die Nachrüstung in der Regel keine Kosten. E.on Avacon bittet aber dringend, den Online-Fragebogen innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen und im Brief genannten Frist von vier Wochen auszufüllen. E.on Avacon beauftragt dann die im Rahmen einer Ausschreibung ermittelten Installateure.

Das Ausfüllen der Online-Fragebögen innerhalb der Frist ist nicht nur für E.on Avacon, auch für den Anlagenbetreiber von Bedeutung. Denn da von der Nachrüstung die Systemstabilität und damit die Versorgungssicherheit betroffen sind, hat der Gesetzgeber konsequente Regelungen getroffen. Lassen die Anlagenbetreiber die Fristen verstreichen, ist jeder Netzbetreiber in Deutschland gesetzlich verpflichtet, die Einspeisevergütung auf null zu reduzieren, bis der Kunde seiner Pflicht nachkommt.