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Der Code gegen den Klau

lkö Lüneburg. Die Schlange auf dem Hof der Polizei Lüneburg ist lang. Mehr als 40 Lüneburger warten darauf, ihr Rad codieren zu lassen. Das geht heute viel schneller als sonst, denn die Polizei Lüneburg verwendet dafür ein neues Gerät, einen sogenannten Nadelprinter.

„Die Bekämpfung des Fahrraddiebstahls ist schon lange ein Schwerpunkt der Polizei in Lüneburg“, erklärt Kai Richter. Der Polizeisprecher freut sich über den großen Andrang. Auch Kirstin Harnwege steht in der Schlange: „Mir wurde mein Fahrrad schon einmal geklaut, da war es aber zum Glück codiert, und ich habe es schnell wiederbekommen. Ich finde die Aktion hier sehr gut, man fährt damit entspannter.“

Horst Fassnauer ist Diplom-Ingenieur, gemeinsam mit seinem Partner Klaus Menke vertreibt er die Nadelprinter in Norddeutschland: „Mit dem alten Verfahren dauerte es 15 bis 20 Minuten, bis ein Rad fertig codiert war, heute sind es nur wenige Sekunden.“ Früher wurde beim Codieren mit Schablonen gearbeitet, jetzt erfolgt es völlig automatisiert durch den Nadelprinter. Alle Daten des Besitzers werden eingetragen und in Form eines Barcodes gespeichert, der wird von dem Gerät gescannt, und schon kann das Rad codiert werden. Nun konnten Fassnauer und Menke auch der Polizei Lüneburg so einen Nadelmarkierer verkaufen.

Unterstüzt und finanziert wird das Projekt von dem Versicherungsunternehmen VGH, der Verkehrswacht und der Sparkassenstiftung. „Wir begrüßen es sehr, dass so viele Leute Fahrrad fahren, und wir wollen uns für die Vermeidung von Diebstahl engagieren“, erklärt Nicole Bloch von der Sparkasse Lüneburg.

Die Codierung erleichtert der Polizei das Aufklären von Fahrraddiebstählen, aber sie hat auch einen anderen Sinn, erklärt Richter: „Der Kern der Codierungsaktionen ist eigentlich der Präventionsggedanke, denn ein codiertes Fahrrad schreckt ab.“ Aber auch die Aufklärungsrate sei dadurch gestiegen, mit 30 Prozent läge Lüneburg dabei bundesweit über dem Durchschnitt.

„Das hier ist die erste Codieraktion mit dem neuen Gerät, es werden aber weitere folgen, zum Beispiel auch auf Stadtteilfesten“, kündigt Kai Richter an. Die Codierungstermine sind kostenlos, unabhängig davon kann man sein Fahrrad auch unter im Internet auf der Seite www.speichenkommissar.de jederzeit registrieren lassen.