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Barrierefrei ins Grüne

lz Lüneburg/Jesteburg. Seit etwa zwei Jahren hat sich der Naturpark Lüneburger Heide das Thema Barrierefreiheit auf die Fahnen geschrieben, konkrete Projekte werden auch in den Gemeinden Amelinghausen und Südergellersen umgesetzt. Im Heimathaus in Jesteburg präsentierte der Naturpark gemeinsam mit seinen Partnern jetzt die Ergebnisse des Projekts „Barrierefreies Naturerleben“. Gleichzeitig konnten die Teilnehmer der Informationsveranstaltung mit Hilfe von Simulationsanzügen und -brillen altersbedingte körperliche Einschränkungen selbst erleben.

Detlev Paschen vom Landkreis Lüneburg etwa war einer der Teilnehmer, der sich durch den Simulationsanzug von Cay Lange aus Wentorf in das Alter eines 75-Jährigen versetzen ließ. Lange, der seit Jahren Schulungen unter anderem von Pflegekräften durchführt, legte ihm neben Kopfhörern und einer Simulationsbrille auch Gewichte und Handschuhe an. Paschen fiel es sichtlich schwer, mit der eingeschränkten Sehfähigkeit und Beweglichkeit zu essen, zu trinken, zu schreiben und Geld aus dem Portemonnaie zu nehmen. „Die Simulation der altersbedingten Einschränkungen waren für mich eine beeindruckende Erfahrung im Hinblick auf mein eigenes Leben im Alter, auf die alltäglichen Hindernisse, die ältere Menschen in ihren Wohnungen und in ihrem Wohnumfeld zu überwinden haben“, sagte Paschen, nachdem er den Anzug wieder abgelegt hatte.

Die Azubis Renate, Nina und Johannes des Ambulanten Pflegedienstes Jesteburg begleiteten die Teilnehmer auf einen Rollstuhl- und Rollator-Parcours über Kopfsteinpflaster, Steigungen und Schwellen und machten sehr anschaulich deutlich, welchen Hindernissen und Problemen alte Menschen tagtäglich begegnen.

Damit ältere Menschen, aber auch Familien mit Kinderwagen und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen die Natur im Naturpark Lüneburger Heide leichter erleben können, hat der Naturpark gemeinsam mit vier Gemeinden erste Modellprojekte realisiert. So ist in Südergellersen eine barrierefreie Naturwaldzelle entstanden, in Handeloh wurde der Planetenlehrpfad umgestaltet, und auch die Zugänglichkeit der Seeve in Jesteburg und des Lopausees in Amelinghausen wurden auf die Bedürfnisse der genannten Zielgruppen ausgerichtet. Bei der Vorstellung ihrer Projekte machten die Gemeinden deutlich, dass sie es bei der Umsetzung dieser Modellprojekte nicht belassen wollen. Auch in künftigen Planungen sollen die Anforderungen an die Barrierefreiheit berücksichtigt werden. Erste konkrete Konzepte gibt es bereits. „Für uns ist das ein toller erster Schritt, den Naturpark nach und nach barrierefrei zu gestalten“, resümiert Nicola Roser, Regionalmanagerin des Naturparks. „Nun hoffen wir, dass auch andere Gemeinden mitziehen.“