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Sofa hilft bei der Forschung

red Lüneburg. Mit einer Serie von Interview-Filmen zeigen Wissenschaftler der Lüneburger Universität den persönlichen Blick von forschenden Frauen auf ihre Arbeit. Die Dokumentarfilmerin Kerstin Hoppenhaus vom Centre for Digital Cultures der Leuphana hat dazu Gespräche mit zwölf Wissenschaftlerinnen unterschiedlicher Disziplinen geführt. Die Filme werden auf der eigenen Internetseite www.significantdetails.de präsentiert.

Ausgangspunkt für die Interviews war jeweils ein scheinbar fachfremdes Objekt aus der Umgebung der Interviewten – zum Beispiel ein Sofa, eine Spieluhr oder eine Limonadenflasche. Entstanden sind Geschichten von ungelösten Rätseln und unerwarteten Erkenntnissen, von Rückschlägen und Fehlern oder von einer lebenslangen Passion. Mit ihrem Angebot gehen die Lüneburger Medienwissenschaftler ein auf die steigende Nachfrage nach qualitativ hochwertigen audio-visuellen Inhalten im Internet.

In dem Projekt mit dem Titel „Significant Details“ erzählen Frauen von ihrem Leben mit und in der Wissenschaft. Ihre Geschichten gehen immer von „signifikanten Details“ aus, Objekten, die die Forscherinnen persönlich mit ihrer Wissenschaft verbinden. „Dieses Sofa hat mein Großvater gebaut“, erzählt zum Beispiel Anne Ulrich, Professorin für Biochemie am Karlsruher Institut für Technologie. „Es war jahrelang im Familienbesitz, ich hab‘ es übernommen, als ich mein allererstes Büro in Jena eingerichtet habe. In unserem Metier braucht man öfter mal eine Übernachtungsgelegenheit, zum Beispiel bei Messungen am Spektrometer, wo alle paar Stunden die Proben gewechselt werden müssen, und das Gerät läuft ja Tag und Nacht.“

Obwohl Frauen längst fester Bestandteil des Wissenschaftsbetriebs sind, werden sie noch immer deutlich weniger wahrgenommen – das ist zumindest der Eindruck der Projektverantwortlichen. „Significant Details“ will Wissenschaftlerinnen eine Plattform bieten, um von sich und ihren Erfahrungen zu berichten und so jungen Frauen den Einstieg in die wissenschaftliche Welt zu erleichtern. Nicht das Fachwissen der Interviewten steht deshalb bei den Interviews im Vordergrund, sondern die Person.

Die ersten vier Videos stehen bereits auf der Internetseite zur Verfügung, weitere werden folgen. Die rund zehnminütigen Filme können einzeln heruntergeladen oder kostenfrei als Podcast abonniert werden.

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Robert Bosch Stiftung gefördert. Projektträger ist das Centre for Digital Cultures der Leuphana, Medienpartner der Spektrum der Wissenschaft Verlag, ausführende Produzentin die Teer + Feder Filmproduktion Berlin.