Aktuell
Home | Lokales | Macht der Romantik
3283122.jpg

Macht der Romantik

ina/ca Lüneburg. Die Voraussetzungen waren denkbar schlecht. Regen und Kälte, und im Londoner Wembley-Stadion schrieb der deutsche Fußball Geschichte. Dennoch blieb das Desaster überschaubar, denn die „Nacht der Romantik“ lockte immerhin rund 1000 Besucher in den Kurpark. „Klar hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht“, erklärt Stefan Pruschwitz, Geschäftsführer der Lüneburg Marketing GmbH. „Auch in diesem Jahr werden wir mit der Veranstaltung keine schwarzen Zahlen schreiben.“ Um ohne Defizit aus der Sache herauszukommen, hätte der Marketingchef rund 2500 Gäste gebraucht. Und das hat Konsequenzen: In dieser Form werde das Fest nicht mehr stattfinden.

Programmpunkte wie die Feuershow oder die Fotoaktion am Brunnen sind auf trockenes und im optimalen Fall warmes Wetter ausgerichtet. Auch Künstler wie das Jazz-Duo „Two Blue“, die Band „Litehousemoods“ oder das sechsköpfige „Varieté Romantique“ hätten sich sicher mehr Zuschauer gewünscht. Pruschwitz zum Auftritt des „Ensemble Resonanz“: „Es tut einfach weh, wenn man ein klassisches Streichquartett vor zehn Leuten spielen sieht.“

Er selbst hielt als Bayern-Fan die Stellung mit dem ebenfalls mit Regenjacke ausgestatteten Vorsitzenden des Aufsichtsrates Dirk Michael Habor und dem Veranstaltungsmanager Mirco Wenzel. Letzterer verneint die Frage, ob man den Termin aufgrund des Champions-League-Finales nicht hätte verlegen sollen. „Die Künstler waren ja längst gebucht. Außerdem sprechen wir mit unserem Angebot eine andere Zielgruppe an.“

Sebastian Heimer, der mit seiner Freundin Julia Tiedemann unter einem Schirm den „Moondance am See“ genießt, bestätigt: „Wir kommen aus Hanstedt hierher, weil uns der illuminierte Park und die verzaubernden Klänge ansprechen. Das ist Romantik pur.“

Tatsächlich bilden Optik, Sound und die dekorierten Stände inmitten der Landschaft ein stimmiges Bild. Hat die romantische Nacht eine Zukunft? „Das Event ist nicht tot“, antwortet Pruschwitz entschieden. „Wir müssen die Erfahrungen auswerten und dann entscheiden, wie wir weiter vorgehen. Die Komponente Wetter wäre schließlich auch in den kommenden Jahren eine unberechenbare Größe.“ Dirk Michael Habor strebt zur Verbesserung der Lage Gespräche mit Partnern und möglichen Sponsoren an. „Wir werden daran arbeiten, wie sich dieses Angebot optimieren lässt. Aber es liegt auch in unserer Verantwortung, dass die ,Nacht der Romantik‘ finanzierbar bleibt.“

Ein Partner könnte Michael Raykowski sein, der für die Neue Arbeit für die Gastronomie im Kurpark verantwortlich zeichnet: „In einem kleineren Rahmen ist so eine Veranstaltung für uns vorstellbar. Dafür könnte der Wandelgang genutzt werden.“ Doch auch Raykowski sagt, alleine sei das für die Neue Arbeit finanziell nicht zu stemmen: „Wir bräuchten zumindest eine kleine Förderung.“