Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Echemern fehlt die Rückendeckung

off Echem. Wie geht es weiter mit der Grundschule in Echem? Diese Frage beschäftigt Politik und Verwaltung seit mehr als anderthalb Jahren, doch noch immer ist unklar, ob im August tatsächlich Erstklässler an der Außenstelle der Grundschule Hohnstorf eingeschult werden. „Grundsätzlich gibt es zwar einen Beschluss des Samtgemeinderates, wonach in Echem auch 2013 Kinder eingeschult werden“, sagt die zuständige Fachbereichsleiterin bei der Samtgemeinde Scharnebeck, Margit Schmelter. „Doch beim Blick auf die Schülerzahlen stellt sich die Frage: Wie vernünftig ist das?“. Diskutiert wird darüber der Schulausschuss der Samtgemeinde am Montag, 3. Juni, um 20 Uhr in der Grundschule Scharnebeck. Endgültig entscheiden muss dann der Samtgemeinderat am Mittwoch, 19. Juni.

Hintergrund der Diskussionen sind die sinkenden Schülerzahlen in Echem. Demnach werden in den kommenden Jahren nur noch zwischen fünf und sechs Kinder jährlich eingeschult. Schon jetzt werden wegen zu geringer Kinderzahlen zwei Jahrgänge gemeinsam in einer sogenannten Kombiklasse unterrichtet. Um den Schulstandort trotzdem dauerhaft zu erhalten, haben Politik und Verwaltung in den vergangenen anderthalb Jahren verschiedene Möglichkeiten beraten – und zuletzt die Erweiterung des Einzugsbereichs für Echem geprüft.

„Bisher war es üblich, dass die Kinder aus Hittbergen und Lüdersburg in Hohnstorf eingeschult werden“, erklärt Schmelter. „Wenn sie stattdessen künftig in Echem zur Schule gehen würden, könnte eine einzügige Beschulung eigenständiger Schulklassen an beiden Standorten in Echem und Hohnstorf gewährleistet werden.“ Eine Variante, die Politik und Verwaltung aber nur bei ausreichendem Zuspruch der Eltern durchsetzen wollen – und eben daran fehlt es offenbar.

Bei einem Informationsabend für betroffene Eltern Ende April haben Scharnebecks Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn und Vertreter der Ratsfraktionen die Idee vorgestellt, danach wurden die Einschulungswünsche der Eltern entweder direkt vor Ort oder telefonisch abgefragt. Das Ergebnis ist ernüchternd. „Neben den Eltern der fünf Echemer Kinder wollen nur zwei weitere Eltern aus Hittbergen ihre Kinder eventuell nach Echem schicken“, so Schmelter. Damit steht fest: „2013 und 2014 ist es nach jetzigem Stand nicht möglich, in Echem eigenständige 1. Klassen zu bilden.“ Anders ausgedrückt: Wenn im August in Echem eingeschult wird, dann in einer jahrgangsübergreifenden Kombiklasse.

Was das für die Zukunft der Echemer Grundschule bedeutet, liegt jetzt auch in der Hand der Eltern. Halten sie trotz der bevorstehenden Bildung einer Kombiklasse am Schulstandort Echem fest? Oder schicken sie ihre Kinder stattdessen lieber nach Hohnstorf? Entscheidende Fragen, über die Verwaltung und Politik im Schulausschuss auch mit den Eltern selbst diskutieren wollen. Was am Ende dabei herauskommt, ob die Grundschule Echem noch eine Zukunft hat oder nicht, kann auch Margit Schmelter nicht vorhersagen. Fest steht allerdings: „Es muss jetzt eine Entscheidung fallen.“