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Neue Form der Jugendarbeit

emi Bienenbüttel. Eine neue Form der Jugendarbeit könnte es künftig in der Gemeinde Bienenbüttel geben. Das Jugendzentrum (JuZ) an der Ebstorfer Straße soll geschlossen werden, stattdessen ein Gemeindejugendbeauftragter als Ansprechpartner für die Jugendlichen im Rathaus eingesetzt werden. Das haben die Mitglieder des Ausschusses für Jugend, Sport, Senioren und Soziales in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig empfohlen.

Der Vorschlag: Maximilian Eggeling, derzeit im JuZ eingesetzt, soll ab 1. Januar 2014 ein Büro im Bereich Familie/Soziales im Bienenbütteler Rathaus beziehen. Seine Aufgaben: Unter anderem ein Jugendforum als neue Form der politischen Jugendbeteiligung einführen und die Vernetzung der Jugendarbeit zwischen Vereinen, Verbänden und Kirchen weiter vorantreiben. Die Idee sei in enger Absprache mit dem Herbergsverein Wohnen und Leben als Betreiber des JuZ und der Kirche entstanden, heißt es von Seiten der Verwaltung.

Die Personalkosten für die neue Stelle wollen sich Kirche und Gemeinde teilen. Für beide fallen im Jahr je 12 000 Euro an, das entspricht insgesamt einer halben Stelle. Anstellungsträger bleibt der Herbergsverein. Die Gemeinde Bienenbüttel bezahlt jährlich außerdem 6 000 Euro Sachkosten.

Die zentrale Anlaufstelle für Jugendliche wäre demnach künftig im Rathaus. Veranstaltungen könnten außerdem im kirchlichen Gemeindehaus stattfinden. Die Kirchengemeinde habe diesbezüglich schon eine Zusage erteilt, sagt Bienenbüttels Bürgermeister Dr. Merlin Franke. „Außerdem haben wir ja noch weitere gemeindliche Liegenschaften, wie zum Beispiel das Freibad.“

Was mit dem Jugendzentrum passiert, wenn es geschlossen werden sollte, weiß Franke noch nicht. „Ein Verkauf ist aber nicht unwahrscheinlich.“ Bisher wurde das JuZ im Auftrag der Gemeinde vom Herbergsverein Wohnen und Leben betrieben. Die Betreibervereinbarung soll mit Wirkung zum 31. Dezember 2013 gekündigt werden.

Als Grund für die Schließung des Jugendzentrums sowie die Umstrukturierung der Jugendarbeit nennt Franke auf LZ-Nachfrage unter anderem den „Konsolidierungsdruck“ der Gemeinde: „Wir haben alle freiwilligen Leistungen überprüft und dabei war auch das JuZ Thema.“ Die Besucherzahlen der Einrichtung seien rapide zurückgegangen, die „offene Jugendarbeit in dieser Form nicht mehr zeitgemäß“.

Michael Elsner, Geschäftsführer des Herbergsvereins, sieht das Modell mit einem „lachenden und einem weinenden Auge“: „Die finanzielle Reduzierung der Mittel, von einer ganzen auf eine halbe Stelle, tut weh.“ Es sei aber „ein Erfolg, dass wir jetzt einen Kompromiss haben, dass die politische Gemeinde sich finanziell beteiligt“. Noch im Juni wolle man sich mit den Beteiligten an einen Tisch setzen, um weitergehende konzeptionelle Überlegungen anzustellen. Ob die Empfehlung des Ausschusses umgesetzt wird, muss der Gemeinderat entscheiden.