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Zahlen im Heide-Park manipuliert?

rast Lüneburg. Der Vorwurf der Manipulation von Zahlen, die sich möglicherweise auf seine Boni ausgewirkt und eventuell seine Stellung in der Konzerngruppe gestärkt hätten, wiegt schwer. Doch Hannes W. Mairinger wies ihn vor der 7. Zivilkammer am Landgericht Lüneburg als 1. Kammer für Handelssachen weit von sich. Die Heide-Park Soltau GmbH hatte ihren Geschäftsführer Mairinger mit eben jener Begründung vor die Tür gesetzt, ihm im Februar fristlos gekündigt. Dagegen zog er vor Gericht. Ob er falsch agierte oder nur ein Vorwand gesucht wurde, ihn loszuwerden, blieb ungeklärt.

Zu einer gütlichen Einigung allerdings kam es gestern nicht. Es wurde aber schnell klar, dass ein weiteres Zusammenarbeiten der Seiten nicht mehr möglich ist und es nur um „Parameter“ geht – im Wesentlichen also um die Abfindung für den gebürtigen Österreicher, der seinen Geschäftsführer-Posten vor elf Jahren im beliebten Soltauer Freizeitpark antrat und laut Vertrag eine lange Kündigungszeit hat. Was Mairinger fordert und was der Heide-Park anbietet, blieb im Gerichtssaal, in dem sich auch Journalisten befanden, unausgesprochen. Der Vorsitzende Richter Klaus-Rainer Strunk empfahl ein Gespräch bei einem Mediationsrichter. Alle Beteiligten nickten, beide Parteien wollen sich aber zunächst außergerichtlich einigen, ob sie diesen Weg gehen wollen. Passiert dies nicht, wird vor der Zivilkammer weiter verhandelt, dann mit Zeugen.

Die Heide-Park Soltau GmbH, deren Gesellschafter die Tussaud Deutschland GmbH ist, geht in der fristlosen Kündigung davon aus, dass Mairinger Daten manipuliert hatte, indem er Personal dazu anwies, an den Terminals falsche Angaben zur Kundenzufriedenheit zu registrieren. Hannes W. Mairinger: „Ich habe keine Manipulationen vorgenommen, nicht inhaltlich und sie auch nicht angeordnet.“ Das hätte ihm nichts gebracht, finanzielle Vorteile hätte er dadurch nicht gehabt. Der GmbH warf er zudem vor, dass sie den größten Teil ihrer internen Ermittlungen in seinen Urlaubszeiten durchgeführt und die Gesellschafterversammlung über ihren Verdacht zu spät informiert habe. Laut seinem Rechtsanwalt Dr. Gunnar Straube geht es um 5000 Daten, die gefälscht worden sein sollen.

Laut Rechtsanwältin der Heide-Park Soltau GmbH, die neben Peter Dunn – er bildet mit Nick MacKenzie das neue Geschäftsführer-Gespann – am Beklagtentisch Platz nahm, gab es bereits im Herbst 2012 einen Anfangsverdacht gegen Mairinger: „Wir haben ihn im September darauf angesprochen.“ Der Verdacht habe sich erst im Januar 2013 erhärtet. Aus drei E-Mails ergebe sich, dass Mairinger die Anweisung zur Manipulation an den Touch Screens erteilt habe: „Acht Mitarbeiter können das bestätigen.“ Die GmbH hatte sich auch von ihrem Commercial Direktor Edgar Pauleweit getrennt, ihm soll Mairinger die Anweisung gegeben haben.

Richter Klaus-Rainer Strunk wünscht den Parteien nun zunächst ein gutes außergerichtliches Gespräch: „Wir wollen ja nicht, dass Sie nur zum Kaffeetrinken und Keksessen in die Mediation kommen.“