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100 neue Betten in Wienebüttel?

ca Lüneburg. Die Klinik Gut Wienebüttel will wachsen, bis zu 100 neue Plätze in der Intensivpflege möchten die Betreiber in einem Erweiterungsbau einrichten. Deren Wunsch stellten Stadtbaurätin Heike Gundermann und ihr Mitarbeiter Matthias Eberhard im Bauausschuss vor. Beide betonten, dass die Verwaltung das Konzept und mögliche Probleme beleuchten wolle, ob und wie das Ganze später umgesetzt werden könne, darüber müsse die Politik entscheiden. Einstimmig verabschiedete der Ausschuss im Glockenhaus einen Aufstellungs- beziehungsweise Änderungsbeschluss des bestehenden Bauplanes für das Areal.

50 Millionen Mark hatten Geschäftsleute in die 1996 eröffnete Klinik gesteckt, inklusive geriatrischer Abteilung standen damals 150 Betten zur Verfügung. In dem Krankenhaus werden unter anderem Komapatienten betreut, die künstlich beatmet werden. Aber auch Menschen, die schwere Schädel- und Hirnverletzungen erlitten haben, finden Hilfe.

Nun möchte das Haus, das nach einer Insolvenz wohl einen erfolgreichen Neustart hinlegte, ein zusätzliches Angebot schaffen und zwar in einem Teil des Bereichs, der dem Parkplatz des Kulturforums gegenüberliegt. Laut Bauverwaltung geht es um rund 0,7 Hektar Fläche.

Eberhard machte auf mehrere zu klärende Fragen aufmerksam: So seien Aspekte des Naturschutzes zu beachten, denn auf dem Gelände stehen unter anderem einige alte Bäume. Auch Parkplätze sind ein Thema, denn auf dem gewünschten Areal liegen derzeit einige der Stellflächen der Klinik. Ein Ausweichen auf den Parkraum des Kulturforums sei nicht möglich. Auch das Kulturforum selber spielt eine Rolle: Denn eine Klinik hat Anspruch auf relative Ruhe – Konzerte könnten im Zweifel dann neu geltende Grenzwerte überschreiten.

Das sind „Zielkonflikte“, die auch Politiker wie Ulrich Löb und Andreas Meihsies von den Grünen sehen. Birte Schellmann (FDP) und Dr. Gerhard Scharf (CDU) fragen sich, wie viele Pflegeplätze überhaupt in Lüneburg benötigt werden. Martin Bruns erklärte für die SPD, dass die Pläne noch ganz am Anfang stünden, offene Fragen geklärt werden müssten, doch die mögliche Erweiterung grundsätzlich positiv zu bewerten sei.

Im Publikum saßen Zuhörer, die bang auf die Entwicklung schauen. Seit rund 20 Jahren besteht ein Bauwagenplatz neben der Klinik. Bevor das Krankenhaus zu Beginn der 90er Jahre entstand, hatten junge Leute Gebäude besetzt, ein Teil von ihnen durfte mit Zustimmung der Investoren auf dem weitläufigen Grundstück in Bauwagen umziehen. „Wir haben eine Duldung, keinen Vertrag“, erklärte Ramona Schulz auf Nachfrage der LZ. Ein Teil der Fläche gehöre der Klinik, ein Teil der Stadt, Versorgungsleitungen für Strom und Wasser lägen in dem überplanten Bereich. Man wisse nicht, wie es weitergehe, hoffe aber auf eine Lösung. Aktuell würden in 16 Wagen ein Dutzend Erwachsene und vier Kinder leben – alle wollen gerne dort bleiben.