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Schlag ins Kontor für den Audimax-Bau

jj Lüneburg. Der vertrauliche Bericht der europäischen EU-Betrugsbekämpfer ist ein Schlag ins Kontor für den 58 Millionen Euro teuren Audimax-Bau auf dem Leuphana-Campus in Lüneburg. Die Ermittler des Europäischen Amtes für Betrugsbekämpfung, kurz Olaf, listen auf, was von den schon geleisteten Zahlungen nicht gefördert wird und stellen die Gesamtfinanzierung auf den Prüfstand.

Doch mit dem EU-Geld steht und fällt die Gesamtfinanzierung, rund 14 Millionen Euro sind es ingesamt. Im Bericht, der der LZ vorliegt, heißt es: „Die Kosten für den Bau des neuen Zentralgebäudes sind möglicherweise nicht vollständig gedeckt und der Bau entspricht möglicherweise nicht den Kriterien der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit.“

Im Herbst 2011 suchten die Betrugsbekämpfer die Leuphana heim. Nach den erneut kritischen Tönen aus dem Niedersächsischen Landesrechnungshof und den möglichen Bauverzögerungen am Zentralgebäude nach Plänen des Architekten Daniel Libeskind ist die EU-Rüge der dritte Tiefschlag für die Uni-Spitze in Folge.

Denn ausführlich beschäftigt sich Olaf nicht nur mit der Förderung und der Auftragsvergabe auf 28 Seiten, sondern auch mit der Rolle von Uni-Vizepräsident Holm Keller, mit den Beziehungen zu Architekt Libeskind und Sponsoren. Olaf spricht von Interessenkonflikten.

Uni-Sprecher Henning Zühlsdorff sagt zum Bericht: „Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen über mögliche Inhalte oder Folgen eines Berichts der EU-Behörde OLAF. Wir werden dazu Stellung nehmen, wenn uns der Bericht vorliegt.“

Der EU-Bericht ist die jetzt kritische Begleitmusik für die SPD-Anfrage diese Woche im Landtag. Die Fraktion will, wie berichtet, wissen, wer die Finanzierungsrisiken übenimmt, wie wirksames Finanzcontrolling, EU-rechtskonforme Ausschreibungen und wirksame Korruptionsprävention sichergestellt werden. Und sie fordert mehr Transparenz und Kommunikation zwischen Uni und Land.