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Todesurteil für giftige Raupen

ahe Lüneburg. Sie sind klein, behaart und in ganz Deutschland auf dem Vormarsch: die Raupen des Eichenprozessionsspinners werden immer mehr zum Ärgernis. Denn die Verbreitung der Insekten schreitet voran, und dessen kleine Brennhaare enthalten ein Gift, das für Menschen gefährlich werden, Rötungen, Entzündungen und asthmatische Beschwerden auslösen kann. Für Stephan Grübmeyer und seine Kollegen der Firma PCS Sticksel GmbH mit Sitz in Gründau bei Darmstadt ist der Eichenprozessionsspinner dagegen vor allem ein einträgliches Geschäft. Die Schädlingsbekämpfer sind nun äußerst gefragt – auch in Lüneburg.

Ralf Rosin ist Baumkontrolleur bei der Stadt Lüneburg. Er ist täglich im Stadtgebiet unterwegs, um den Zustand der Gehölze zu überprüfen. Dabei geht es um Fragen der Standsicherheit oder auch um den Befall mit Pilzen oder anderen Schädlingen. Den Eichenprozessionsspinner hat er dabei besonders im Auge, schon im vergangenen Jahr sind ihm erste Nester aufgefallen. Nun wird gehandelt, bevor die Raupen wieder ihr gefährliches Stadium erreichen.

Am Donnerstag, 31. Mai, rückten die Spezialisten an, Grübmeyer und zwei Kollegen, die sonst Ratten und Wühlmäusen den Garaus machen, sprühten an 15 Stellen im Stadtgebiet das Mittel Dimilin 80 WG von einem Traktor mit schwenkbarem Rohr aus an Eichenstämme und in die Kronen. Das Mittel ist seit Jahrzehnten in Deutschland zugelassen und gilt als ungefährlich für Menschen. 1000 Euro kostet die Stadt diese Aktion. Grübmeyer erklärt: „Die Bekämpfung ergibt nur jetzt Sinn, bevor die derzeit inaktiven Tiere ihr drittes Entwicklungsstadium erreicht haben. Durch das Mittel sterben sie in ihren Nestern, die besprühten Bäume sind dann für dieses Jahr geschützt.“