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Whiskey made in Lüneburg

as Lüneburg. Einst zog der Kaffeeduft der Rösterei Ratzsch durch die Egersdorffstraße und lockte Kunden. Künftig wird es eine Klientel, die Hochprozentiges schätzt, in die Ecke ziehen. Denn in den kommenden drei Jahren soll eine Brennerei für Whiskey im Gebäude des ehemaligen Schulamtes entstehen, verbunden mit einem kleinen, feinen Hotelbetrieb. Die Eröffnung ist für Dezember 2016 geplant. Der Rat votierte einstimmig im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung für den Verkauf des Grundstückes Egersdorffstraße 1a nebst Gebäude an Stephan Scheer zum Preis von 10000 Euro. Der Bleckeder hat bekanntlich in seiner Heimatstadt mehrere denkmalgeschützte Objekte wie das alte Brauhaus und das Deichvogthaus erfolgreich saniert.
Seit fast zehn Jahren versuchte die Stadt, das ehemalige Schulamt an der Egersdorffstraße, das 1438 für den Stadtsyndicus des Rates errichtet worden war, zu veräußern. Doch bis dato ohne Erfolg. Denn das denkmalgeschützte Gebäude ist erheblich sanierungsbedürftig und steht im Senkungsgebiet, was unter Umständen eine neue Teilgründung erfordert, um die Standsicherheit des Hauses künftig zu gewährleisten. Interessenten gab es schon manche, doch es mangelte an Konzepten und manchen schreckte die Wirtschaftlichkeit des Projektes aufgrund des Investitionsbedarfes ab.
Stadtbaurätin Heike Gundermann sagte auf LZ-Anfrage, dass mit Scheer ein Käufer gefunden worden sei, der ein gutes Gespür bei der Sanierung von denkmalgeschützten Objekten habe. Zu dem Projekt erläuterte sie: Das Konzept des Käufers sehe zunächst vor, dass die Gründung sichergestellt werde. Dann werde ein Raum im Gebäude hergerichtet, um dort die Brennanlage für den Whiskey zu installieren. Mit der Produktion solle noch in diesem Jahr begonnen werden. Dann müsse der Whiskey drei Jahre reifen. ,,Während dieser Zeit möchte Herr Scheer das komplette Gebäude sanieren, um zeitgleich mit der Vollendung des Whiskeys die Brennerei eröffnen zu können.“ Entstehen sollen auch 20 bis 25 Hotelzimmer als Ergänzung zum Brennereibetrieb.
In Anbetracht der Tatsache, dass die Sanierungskosten für das Gebäude extrem hoch sind und seit vielen Jahren erfolglos nach einem Käufer gesucht wurde, halten Verwaltung und Politik den Kaufpreis von 10000 Euro für angemessen. ,,Einem Käufer sollte jede vertretbare Möglichkeit gegeben werden, sein Geld in die Sanierung zu investieren“, so Gundermann. Allerdings ist der Kaufvertrag mit Auflagen versehen. Um sicher zu gehen, dass der Käufer keinen Unwirtschaftlichkeitsantrag stellt, was zum Abriss des Gebäudes führen könnte, wird im Kaufvertrag für diesen Fall eine Rückgabe des Eigentums an die Stadt beziehungsweise ein Rückkaufsrecht vereinbart.
Auf LZ-Anfrage sagte Stephan Scheer: ,,Ich freue mich über das Vertrauen seitens der Politik und Verwaltung und den Zuschlag für das Projekt und wünsche uns gutes Gelingen in Zusamenarbeit mit der Stadt für die Umsetzung.“