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Ein Hauch von Hollywood

rast Lüneburg. Sie erzählen Familiengeschichten und sind selbst eine große Familie: Die aktuellen und viele der ehemaligen Rosen-Stars feierten jetzt im Palais des Hotels Bergström alias Hotel Drei Könige ein Wiedersehen und die Lüneburger Kultserie „Rote Rosen“ – denn deren 1500. Folge lief am Dienstag über die Bildschirme. Und die Stars, die über den roten Rosen-Teppich liefen, wurden selbst gefeiert von rund 150 Fans vor dem Palais, spürten, wie sehr die Zuschauer sie lieben. Ein derartiges Aufgebot von Schauspielern gab’s noch nie in Lüneburg. Dementsprechend groß auch das Medieninteresse, mehr als 50 Fotografen und Journalisten waren beim Rosen-Spektakel dabei.

Die gute Nachricht für die Fans hatten der ARD-Vorsitzende und NDR-Intendant Lutz Marmor und ARD-Programmdirektor Volker Herres im Gepäck: Nach den eh schon genehmigten Geschichten bis einschließlich Folge 1800 hat die ARD-Programmkonferenz beschlossen, 400 weitere Folgen bei der Studio Hamburg Serienwerft Lüneburg in Auftrag zu geben. Nun muss noch über die Konditionen verhandelt werden – dann würden die Rosen bis ins Jahr 2017 laufen.

Wo ab Mai 2014 allerdings gedreht wird, ist weiter unklar. Dann läuft der Mietvertrag für die Studios im Hafen aus. Eine Suche nach geeigneten Hallen in Lüneburg war bislang erfolglos. Rosen-Produzent Emmo Lempert gab gestern allerdings ein klares Bekenntnis für Lüneburg ab: „Wir sind Lüneburger, die Produktion ist sehr, sehr glücklich hier. Lüneburg bleibt unsere erste Wahl.“ Prof. Carl Bergengruen, Vorsitzender der Geschäftsführung von Studio Hamburg, bekräftigte: „Die Rosen werden weitergehen.“

Lempert machte klar, dass eine Entscheidung bis Ende Juni gefällt werden soll: „Einen Umzug mit einem eingespielten 150-Mann-Team bei laufender Produktion macht man nicht von jetzt auf gleich.“ Auf die Frage, ob die Rosen auch von einem anderen Standort aus als in Lüneburg gedreht werden könnten, antwortete ARD-Chef Herres: „Letztlich ist das die wirtschaftliche Entscheidung des Produzenten.“

Das erfolgreiche Konzept erläutert die zuständige NDR-Redakteurin Angela Paetow: „In jeweils abgeschlossenen 200 Folgen erlebt eine Frau in der Mitte des Lebens den Wendepunkt ihrer familiären oder beruflichen Karriere und stellt sich die Frage: Will ich so weitermachen?“ Die zweite Seite des TV-Erfolges: „Das feste Ensemble, die Menschen, die wir schon seit Beginn oder über eine lange Zeit in den Rosen kennen, bilden die vertraute Basis der Serie. Sie sind wie Nachbarn zu Hause, wie Bekannte, die zu Freunden geworden sind.“ Petra Jansen, gespielt von Angela Roy, war seit der TV-Premiere am 6. November 2006 die erste Heldin des Alltags. Ihr folgten Sabine Vitua, Annett Kruschke, Isabel Varell, Mona Klare, Saskia Valencia, Elisabeth Lanz und aktuell Sandra Speichert. Seit der ersten Folge stehen zwei Namen auf der ewigen Besetzungsliste: Brigitte Antonius, als inzwischen 80-jährige Grande Dame der Serie, und Gerry Hungbauer, der in der Rolle des Ehemannes mit Midlife-Crises das ganze Drama auslöste. 101 Hauptrollen und 300 Nebenrollen wurden bislang besetzt.