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Ein Dorf entdeckt sich selbst

cw Barnstedt. Skeptisch blicken Katharina und Charlotte Aust gen Himmel: Grau und regenschwer kamen die Wolken daher. Doch die Befürchtungen der beiden Organisatorinnen des Vicus-Vereins waren unbegründet: Am Nachmittag füllte sich der Dorfplatz in Barnstedt mit Hunderten von großen und kleinen Besuchern, die die dritte Barninale nicht verpassen wollten.

Das Dorffest der etwas anderen Art, das mit den zehn Stationen im Dorf ein bisschen an die Kulturelle Landpartie im Wendland erinnert, stand in diesem Jahr unter dem Motto „Momente erleben“. „Wir haben jede Menge Angebote aus den Bereichen Hören, Riechen, Schmecken, Sehen und Bewegen“, erzählt Katharina Aust. Da war der Sinnespfad auf dem Dorfplatz, den man barfuß ertasten konnte, oder die Riechstation mit den grünen Schläuchen, die mutig vor die Nase gehalten werden mussten.

Die Barninale ist jedoch mehr als nur ein Dorffest: Das Dorf und seine Bewohner stellen sich vor, zeigen ihre Arbeit und haben einfach mal Zeit, sich außerhalb des Alltags in Ruhe zu unterhalten. „Die Stimmung ist einfach unvergleichlich“, freut sich Katharina Aust. „Alle machen mit und alle haben Spaß.“ Dazu gibt es Live-Musik bis in den späten Abend.

An den zehn Stationen im Dorf öffneten die Barnstedter ihre Scheunen, Häuser und Gärten, um verschiedene Fertigkeiten, Gewerke und Liebhabereien zu präsentieren – unter anderem Schmiedekunst, Holzarbeiten, den größten begehbaren Bienenstock der Welt und Kreatives aus Metall. Dazu auch Mitmachangebote wie etwa Qi-Gong, die Zehn-Minuten-Entspannung oder eine botanische Wanderung durch die Wiesen.

Bei der Barninale wird den Barnstedtern erst richtig klar, was ihr Dorf alles zu bieten hat. „Wir sind mit fast allen Berufen vertreten“, erklärt Katharina Aust. Weil alle an einem Strang ziehen, sind Spiel- und Spaß-Angebote für Kinder kostenlos und für die kulinarischen Angebote müssen Besucher nicht allzu tief in die Tasche greifen. „Es ist immer wieder schön zu sehen, wie die Kinder staunen, wenn sie fragen, was sie bezahlen müssen und man sagt: Nichts“, freut sich Aust. Verschont vom Regen feierten die Barnstedter am Sonnabend bei Lagerfeuer und Musik bis tief in die Nacht. Und auch am Sonntag ging das Dorffest der etwas anderen Art noch weiter.