Dienstag , 27. September 2016
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Wo das Spielen richtig Spaß macht

ahe/sp Lüneburg. Darauf haben Kinder und Eltern lange gewartet: Der Spielplatz an der Rabensteinstraße ist fertig. Mit einem Kletterschiff, einer Vogelnestschaukel und einer großen Matschanlage hat er neue Attraktionen bekommen. Nun wurde die Runderneuerung mit einem Fest gefeiert.

Mütter aus dem angrenzenden Viertel wie Katharina Guhl und Petra Nietzky hatten Unterschriften für die überfällige Sanierung des Anfang der 80er-Jahre angelegten Spielplatzes gesammelt und die Verwaltung immer wieder auf dessen miserablen Zustand aufmerksam gemacht. Auch Sonja Hollstein hat sich für eine Neugestaltung starkgemacht. Für die Ratsfrau der Grünen ist der gelungene Umbau auch ein Zeichen dafür, was man in der Kommunalpolitik erreichen kann: „Die Beharrlichkeit hat sich ausgezahlt: Sogar eine Pforte gibt es nun, damit besonders die kleinsten Kinder nicht vor die direkt am Spielplatz vorbeifahrenden Autos laufen können.“

Schon 2011 hatten die Grünplanerinnen der Stadt Kinder und Eltern nach ihren Wünschen befragt, Skizzen gemacht, Ausschreibungen vorbereitet. Dann sorgten zähe Grundstücksverhandlungen mit dem Bund für Verzögerungen, ehe es losgehen konnte. Inzwischen ist alles fertig. 108 000 Euro hat es gekostet, zum Kaufpreis für das Grundstück kamen 80 000 Euro für die Umgestaltung. Möglich war das laut Stadt nur durch Zuschüsse aus dem Fördertopf Stadtumbau West, die im Zuge der Umwandlung von Standortverwaltung und Schlieffenkaserne in die Wohngebiete Speicher-Quartier und Hanseviertel flossen.

Rund 150 Spielplätze und Spielgelegenheiten, private Anlagen nicht mitgezählt, laden im Lüneburger Stadtgebiet zum Toben, Klettern und Bolzen ein. Sie alle werden vom Bereich Grünplanung der Stadt und der AGL (Abwasser, Grün Lüneburger Service GmbH) unterhalten. Meistens stehen Sicherheitskontrollen und Pflege an; hin und wieder sind ganz neue Anlagen zu planen und einzurichten. Und regelmäßig erhalten Schmuckstücke, auf denen sich schon Generationen von Kindern die Hosen zerrissen haben, mit neuen Geräten neuen Glanz – wie jetzt an der Rabensteinstraße.

Aktuell geht die Sanierung des Spielplatzes im Kurpark voran. Er steht auf der Prioritätenliste der städtischen Planer ganz oben, weil er sehr beliebt, aber auch in die Jahre gekommen ist. Susanne Schröder vom Bereich Grünplanung erläutert: „Der erste Bauabschnitt ist fast abgeschlossen. Wir haben eine Wasserleitung für die Matschanlage verlegt und darüber extra gepflastert, damit auch Kinder mit Rollstuhl an die Anlage heranfahren können.“ Die Matschanlage selbst soll im Laufe dieser Woche installiert werden. Zudem wurden Geräte umgesetzt, ganz alte Exemplare auch abgebaut. Im Spätsommer schließt sich der zweite Bauabschnitt an mit der Einrichtung eines neuen Transport-Kahns mit Buddelsand und einer Vogelnestschaukel. Rund 35 000 Euro investiert die Stadt in den Kurpark-Spielplatz.

Weitere anstehende Projekte:

Erweiterung Spielplatz Sternkamp. Es kann eine zusätzliche Fläche einbezogen werden, die zunächst noch von der Deutschen Bahn für die Baustelle Drittes Gleis benötigt wurde. 70 000 Euro stehen dafür im Haushalt.

Neue Spielplätze sollen im Hanseviertel, im Gebiet Pilgerpfad-Süd zwischen Rettmer und Häcklingen sowie im Rosenkamp II in Oedeme entstehen. Sie werden jeweils aus den Erschließungskosten gedeckt.

Umgestaltet wird der Spielplatz an der Grünanlage an der Reichenbachstraße, der sogenannten Hafen-Bastion. Ein knappes Dutzend Anwohner kam jetzt zu einem Treffen vor Ort und äußerte Ideen für die gesamte Fläche. Unter anderem könnten dort Bewegungsangebote für Jung und Alt, eine Blumenwiese und Skulpturen entstehen, auch der Wunsch nach einem öffentlichen Grillplatz wurde geäußert.

Für alle anstehenden Projekte rufen die Planer der Stadt im Laufe des Jahres gezielt Kinder und Eltern zur Beteiligung auf.