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Schluss mit dem Schleichweg

as Lüneburg. Nur noch Fußgänger und Fahrradfahrer sowie im Ernstfall Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge sollen künftig den Verbindungsweg zwischen den Straßen Sternkamp und Zeltberg nutzen dürfen. Poller sollen verhindern, dass Autofahrer dort weiter durchpreschen. Dafür sprachen sich die Mitglieder des Verkehrsausschusses mehrheitlich bei einer Gegenstimme aus.

Im Rahmen der Baumaßnahmen zum Dritten Gleis war für eine Verbindung der Baustellenbereiche zwischen den Straßen Sternkamp und Zeltberg eine Baustraße eingerichtet worden. Nach Abschluss der Arbeiten sollte der Weg den vor Jahren zurückgebauten Fußgängertunnel für Radler und Fußgänger ersetzen und Teil einer für die kommenden Jahre geplanten Radwegeverbindung von der Hamburger Straße hin zur Innenstadt werden. So sieht es das Radwegekonzept der Stadt vor. Doch zurzeit wird die provisorische Verbindung von Autofahrern gerne als Schleichweg genutzt, um zu Verkehrsspitzenzeiten vom Ilmenaucenter über den Bardowicker Wasserweg und den Sternkamp zur Hamburger Straße zu kommen. Anwohner der Straße Zeltberg fühlen sich davon erheblich belästigt.

Die Verwaltung hatte den Ausschussmitgliedern nun verschiedene Alternativen vorgestellt, wonach der Verbindungsweg – knapp gesagt – entweder nur als Geh- und Radweg oder als Straße auch für den Kraftzeugverkehr plus Gehweg ausgebaut werden könnte.

Wolfgang Kuhn (CDU) plädierte dafür, dass dort weiter Autos fahren dürften. Aus seiner Sicht nutzen meist nur Anwohner vom Sternkamp und Zeltberg den Überweg. Zählungen von Anwohnern in der vergangenen Woche hätten nur zwei Autos pro Stunde ergeben. Susanne Wermut von der Stadt hielt jedoch höhere Zahlen dagegen. Kuhn, der im Sternkamp 9 wohnt, argumentierte weiter: „Wenn ich über den Sternkamp Richtung Hamburger Straße fahre, belaste ich mehr als 40 Anwohner. Nutze ich den Überweg und biege gleich rechts in den Zeltberg ein, sind es erheblich weniger.“

Hubert Meißner (SPD) und Ulrich Blanck (Grüne) konterten: Es sei immer Ziel von Politik und Verwaltung gewesen, Verkehr aus Wohngebieten rauszuhalten. Bleibe der Überweg frei für den Kraftzeugverkehr, führe das zu Schleichverkehr, um die Hamburger Straße in Spitzenzeiten zu umfahren. Deshalb sei die Variante Rad- und Fußweg mit Pollern (5,50 Meter breit) die richtige, die im Notfall Feuerwehr- und Rettungsfahrzeugen die Durchfahrt ermögliche. Markus Moßmann, Verkehrsdezernent bei der Stadt, erinnerte daran, dass es früher lediglich den Fußgängertunnel gegeben habe und keine Durchfahrt für Autofahrer.

Damit Autofahrer aus dem Sternkamp künftig besser in die vielbefahrene Hamburger Straße einbiegen können, stellte Heiko Dörbaum (SPD) Folgendes in Aussicht: Im Zuge der Bebauung des Sperli-Geländes soll eine Ampel am Wilhelm-Hänel-Weg entstehen. Dazu könnte eine weitere am Sternkamp installiert werden. Eine aufeinander abgestimmte Schaltung der beiden Ampeln könnte dann die bessere Abfahrt aus dem Sternkamp auf die Hamburger Straße ermöglichen.