Dienstag , 27. September 2016
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Welle der Hilfsbereitschaft

dth Lüneburg. Die Hilfsbereitschaft hat die Einsatzleitung beim Katastrophenschutzstab des Landkreises Lüneburg überwältigt. Gestern meldete Sprecher Stefan Bartscht: „Die Telefone bei der Technischen Einsatzleitung (TEL) stehen nicht mehr still. Die Hilfeaufrufe in den Medien haben zu einer unglaublichen Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung geführt. Von überall kommen Helfer an die Einsatzorte Scharnebeck, Bleckede und Amt Neuhaus.“ Zusammen mit den Einsatzkräften der Feuerwehren und Bundeswehr befänden sich derzeit ausreichend Helfer an den Einsatzstellen, um die vorhandenen Säcke mit Sand zu füllen, um die Deiche vor dem nahenden Elbe-Hochwasser zu sichern. Gestern, am späten Abend, teilte der Katastrophenschutzstab mit: „Die freiwilligen Helfer, die sich für Freitag gemeldet haben, werden nicht mehr benötigt, um weiter Sandsäcke zu befüllen. Die meisten der benötigten Säcke sind jetzt gefüllt.“

Für ein leichtes Aufatmen sorgte gestern Nachmittag die jüngste Prognose der Hochwasservorhersagezentrale Magdeburg: Demnach fallen die erwarteten Pegelstände in den kommenden Tage etwas niedriger aus, als bislang erwartet. Dazu teilte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit: „Die Wasserstände in der oberen Elbe steigen weiter schnell und deutlich. Es ist aufgrund der neuen Prognosen damit zu rechnen, dass die Richtwasserstände für die Alarmstufe IV der Deichverteidigungsordnungen des Kreises Lüneburg für den Neuhauser Deich- und Unterhaltungsverband und des Artlenburger Deichverbandes voraussichtlich am Sonntag, 9. Juni, erreicht, in den folgenden Tagen überschritten werden.“

Nach den jüngsten Prognosen werden die Pegelwerte der Hochwasser 2002 und 2011 nach wie vor erreicht. Bisher gingen die Verantwortlichen aber davon aus, dass sich die Wasserstände streckenweise etwa auf dem Niveau der Deichkronen bewegen würden. So lautete vergangenen Dienstag noch die Prognose für den höchsten Pegelstand in Bleckede auf 12,70 Meter, was fast der Deichhöhe entspricht. Tags darauf ging der prognostizierte Maximalwert auf 12,10 Meter zurück. Jetzt werden für Dienstag, 11. Juni, maximal 11,60 Meter erwartet. Der Katastropenschutzstab geht nicht mehr davon aus, dass die Deiche überspült werden, will die Arbeiten umstellen von Deicherhöhung auf -verteidigung. Doch die Lage bleibt angespannt.

„Wir bereiten uns auf ein langanhaltendes Hochwasser vor“, sagt Norbert Thiemann, Geschäftsführer des Artlenburger Deichverbandes. „Die Scheitelwelle wird vermutlich einen langen Durchfluss haben, was auch dazu führen kann, dass die Deiche aufweichen. Insofern haben wir an dem Deichverteidigungsweg alle 15 Meter auf Paletten Sandsäcke gepackt, um aufgeweichte Deiche von der Landseite entsprechend durch den Verbau von Sandsäcken zu stützen.“

Zwischenzeitlich waren gestern mehr als 3100 Hilfskräfte im Landkreis Lüneburg an den Deichabschnitten im Einsatz. Nach Angaben des Katastrophenschutzstabes des Kreises waren darunter 1200 Bundeswehrsoldaten, 416 Kräfte der Feuerwehren aus dem Landkreis Lüneburg sowie 1154 Kräfte der Kreisfeuerwehrbereitschaften Bentheim, Stade, Harburg, Nordheim, Hameln-Pyrmont, Gifhorn und Hildesheim. Hinzu kommen Rettungsdienste ASB, DRK und THW sowie viele freiwillige Helfer. Bis gestern Nachmittag füllten sie rund eine halbe Million Sandsäcke zur Deichsicherung.