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Ein neues Café für Mädchen

ca Lüneburg. Der Raum wirkt wie ein übergroßes Barbie-Zimmer: Die Wände leuchten lila, das Rosa der Tische kontrastiert mit grünen Sesseln. An der Decke ein verspielter Lüster, dazu eine Stehlampe, die ein Tüllröckchen zu tragen scheint. Viele Mädchen dürften sich hier sofort wohlfühlen. Die Kulisse soll helfen, einen pädagogischen Auftrag zu erfüllen: Die Lüneburger Stiftung Medien- und Onlinesucht eröffnet am Dienstag, 11. Juni, 11 Uhr Auf dem Meere 40 ihr „inklusives Café face2face“ für Mädchen im Alter zwischen neun und vierzehn Jahren. Sie sollen dort lernen, wie sie verantwortungsvoll und sicher mit Medien wie Internet, Handy und Fernsehen umgehen.

Die Stifter Arnhild Zorr-Werner und ihr Mann Bernd Werner richten das Angebot gemeinsam mit der Sozialpädagogin Katja Schaffer auf die rund 1900 Mädchen in der Altersgruppe aus, die in Lüneburg leben. Aufgrund von Studien gehen sie davon aus, dass gerade Mädchen auf den Umgang mit sozialen Netzwerken wie Facebook vorbereitet werden sollten. Katja Schaffer erklärt, während Jungen im Internet vor allem Spiele nutzen, würden ihre Altergenossinnen das Netz eher als große Kontaktbörse nutzen. Und da können Intrigen gesponnen werden, die etwa in Beschimpfungen und bösen Gerüchten münden können. Zudem könnten Unsympathen die Anonymität nutzen, um sich an Mädchen heranzumachen.

An den Computern im Café sollen die Gäste lernen, wie sie sich klug im Netz verhalten und wie sie beispielsweise auf sogenanntes Mobbing reagieren können. Neben lockeren Treffen sind laut den Initiatoren Seminare geplant. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt und will in dieser Zeit rund 500 Mädchen erreichen.

Wie bei vielen Vorhaben spielt auch hier Inklusion eine tragende Rolle. Die Angebote richten sich an Menschen mit und ohne Behinderungen. So kooperiert die Stiftung nach eigener Aussage mit der Lebenshilfe, die bietet für ihre Schützlinge unter anderem einen Fahrdienst zum Café an. Dieser Ansatz sichert auch einen großen Teil der Finanzierung, die im sechsstelligen Bereich liegt: Die Aktion Sorgenkind überweist Fördermittel, zudem geben lokale Unternehmen Zuschüsse oder erledigen Arbeiten, um die Räume herzurichten.

Geöffnet hat das Café von Montag bis Freitag von 14 bis 18 Uhr. Wer mehr über das neue Medientraining erfahren möchte, klickt im Internet auf die Adresse www.stiftung-medienundonlinesucht.de oder ruft an unter Tel.: 8 54 47 83.