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Klinik-Ausbau für 38,9 Millionen

as Lüneburg. Der Erweiterungsbau des Lüneburger Klinikums, der nach anfänglichen Planungen in zwei Bauabschnitten umgesetzt werden sollte, soll nun in einem Guss entstehen. Geplante Kosten: 38,9 Millionen Euro. Das Klinikum hat dafür Fördermittel vom Land beantragt. Die Planungssumme werde derzeit vom niedersächsischen Sozialministerium geprüft, sagte Klinikum-Chef Dr. Michael Moormann. Ob und wann Fördermittel fließen, hängt vom Krankenhausinvestitionsplan des Landes ab.

Die Planung für den Erweiterungsbau läuft bereits seit drei Jahren. Notwendig wird er aufgrund der rapide steigenden Patientenzahl. Um diese bestmöglichst versorgen zu können und „zukunftsfähig aufgestellt“ zu sein, „bedarf es zum einen einer interdisziplinären Notaufnahme“, erläutert Dr. Jörg Cramer, Ärztlicher Direktor des Hauses an der Bögelstraße. Um Wartezeiten zu verkürzen und Diagnose- und Behandlungsabläufe zu verbessern, soll das Aufnahmezentrum eine Trennung von Notfall-Patienten und Patienten, die nicht zur akuten Versorgung ins Klinikum kommen, ermöglichen. Zum anderen müsste aber auch eine sogenannte IMC-Station entstehen. Intermediate Care, zu deutsch Zwischenpflege, ist das Bindeglied zwischen Intensiv- und Normalpflege. Die IMC ist für Patienten konzipiert, deren Erkrankung einen hohen Überwachungs- und Betreuungsaufwand verursacht, die im eigentlichen Sinn aber nicht intensivpflichtig sind. „Derzeit sind die Intensivstationen noch im ältesten Gebäudeteil des Klinikums auf zwei Etagen untergebracht. Eine Zusammenlegung und Verknüpfung mit der IMC, wie das bereits Standard in anderen Häusern ist, wäre notwendig“, sagt Dr. Cramer.

Für die Umsetzung des Projektes hatte es bereits vor zwei Jahren einen Architektenwettbewerb gegeben, der erstplatzierte Entwurf kam von dem Büro sander.hofrichter architekten. Der Komplex in U-Form sollte an den „Blauen Planeten“ sowie ans Bettenhaus angedockt werden, gebaut werden sollte in zwei Abschnitten. In enger Absprache mit dem Sozialministerium und der Oberfinanzdirektion (OFD) sei man aber inzwischen zum Ergebnis gekommen, „den Erweiterungsbau in einem Guss entstehen zu lassen“, schildert Dr. Moormann. Dafür spreche nicht nur, dass Abläufe auf einen Schlag optimiert werden können und das Klinikum nicht auf Jahre zur Baustelle werde, sondern unterm Strich sei es auch günstiger, „als wenn wir in zwei Abschnitten bauen“.

Ein neuer Entwurf des Architektenbüros sieht folgende bauliche Lösung vor: An der Bögelstraße, leicht versetzt vor dem Blauen Planeten, entsteht als flacher Bau die Krankenwagenvorfahrt mittels Rampen. Im angrenzenden Gebäudekomplex befinden sich im Parterre die interdisziplinäre Notaufnahme sowie die Aufnahme-Sprechstunde und Untersuchungszimmer, in der ersten Etage Intensivstation und IMC als Bindeglied zwischen Intensiv- und Normalstation. Im Untergeschoss soll die Radiologie zentriert werden, die derzeit noch an drei Standorten ist.

Von den Gesamtkosten entfallen unter anderem 16,5 Millionen Euro auf den Gebäudebau, 12,5 Millionen Euro kosten die technischen Anlagen. Zu einem möglich Baustart wollten Dr. Cramer und Dr. Moormann zu diesem Zeitpunkt noch keine Aussage treffen, der hänge von der Fördermittelzusage ab.